Podcast auf allen Plattformen
Hier findest du “Mehr Mut zum Glück” auf allen Plattformen zum Download
Überblick Interview Sarah Bauer
Im Leben musste ich mich schon oft meinen eigenen Ängsten stellen. Egal, ob im Berufsleben, auf Reisen oder privat. Ohne diese Ängste fehlt auch der Mut, über Hürden zu springen. Nun sind meine Ängste doch eher alltäglicher Natur.
Ich hatte jahrelang große Probleme, vor Menschen zu sprechen, und fühle mich in neuen Situationen unwohl. Das sind Ängste, die du aber wahrscheinlich auch kennst. Mittlerweile habe ich diese Ängste auch überwunden, was letztlich auch an meinem Mut zum Glück liegt. Das schildere ich übrigens in Folge 1 des Podcasts.
Das ist aber nichts im Vergleich zu den Ängsten meines heutigen Gastes, die sie nahezu alle überwunden hat. Ich habe heute Sarah Bauer zu Gast. Sie arbeitet mittlerweile als freie Texterin und Fotografin. „Angst ist keine Ausrede”* über den National Geographic-Verlag veröffentlicht.
Shownotes
- Sarah Bauers Blog Lonely Road Lover – Reisen & Fotografie
- USA-Roadtrip Erfahrungsbericht – Tipps & Kosten
- Zum erwähnten Artikel “Warum deine Träume eine finanzielle Grundlage haben sollten”
- Zum Buch “Angst ist keine Ausrede! – 13.000 KM solo durch die USA”*
Mut beweisen und Ängsten stellen
Angst steckt sogar im Titel. Sarah hatte in der Vergangenheit mit einigen Ängsten und Neurosen zu kämpfen. Aufgewachsen im Ruhrpott hatte sie schon früh mit Flugangst, Angst vor Hunden, vor fremdem Besteck und noch einigen mehr zu kämpfen. Vieles davon hat seinen Ursprung in der Kindheit – wie Sarah selbst erklärt:
„Ich denke mal, viele Ängste kommen tatsächlich aus Sachen, die in der Kindheit mal passiert sind.”
Nach dem Abitur startete sie ihre Karriere im Angestelltenverhältnis. Dabei war sie ziemlich schnell unzufrieden – die starre Bürostruktur, die langen Pendelzeiten, das Gefühl, nie wirklich ankommen zu können. Das ging zu Lasten der Gesundheit, und diese Erfahrung führte bei ihr zu einem ersten Umdenken.
Der Auslöser: Ein plötzlicher Verlust
Für ihren Kindheitstraum – einen langen Trip durch die USA – musste Sarah sich ihren Ängsten stellen, Mut beweisen und einige Hürden aus dem Weg räumen. Den entscheidenden Anstoß gab kein Motivationsbuch, sondern ein tiefer persönlicher Verlust: der plötzliche Tod ihrer Oma.
„Das hat mir so einen Schlag ins Gesicht verpasst, wo ich dachte: Moment mal – ich habe immer dieses ‚das kann man noch irgendwann mal machen’. Und da habe ich durch meine Oma gemerkt: Das kann auch einfach mal vorbei sein. Einfach mal so, zack, Licht aus.”
Trotz Neurosen, der Aussicht auf einen festen – und sogar unbefristeten – Job im öffentlichen Dienst und der Ungewissheit, was danach kommt, setzte sie sich in den Flieger und stellte sich ihren Ängsten. Ihr Motto: „Du lebst nur einmal, aber wenn du es richtig machst, ist einmal genug.”

13.000 Kilometer solo durch die USA
Diese 13.000 Kilometer solo durch die USA änderten ihr komplettes Leben. Doch Angst ließ sich nicht auf Knopfdruck abschalten – besonders die Angst vor fremden Menschen und fremdem Besteck begleitete Sarah anfangs auf Schritt und Tritt. An den Niagarafällen, spätabends allein an einer Hauptstraße ohne Netz und ohne Anschlussbus, erlebte sie einen Wendepunkt:
“Das war für mich wie so ein kleiner Dammbruch, wo ich dachte: Boah, das ist alles überhaupt nicht so schlimm. Jetzt mach doch mal den Mund auf, mach doch einfach mal.”
Die ganze Geschichte und ihre ganzen Learnings erzählt Sarah in über 100 Minuten bei „Mehr Mut zum Glück”. Da meine Tour durch die USA auch erst einige Monate her ist, wurde das Gespräch dann etwas länger als gedacht.
Wir sprechen über das Unglück im Alltagsjob, Herausforderungen bei der Planung und der Reise, die Nachteile von Vorurteilen und mutige Entscheidungen. Darüber hinaus sprechen wir über ihre Arbeit als freie Texterin und Fotografin, das Ruhrgebiet, ihren Lebenslauf und ihre Ausbildung sowie ihre Leidenschaft.
Mut ist kein Gegenteil von Angst
Was Sarah von dieser Reise mitgenommen hat, geht weit über Kilometerzeichen und Polaroid-Fotos hinaus. Sie hat gelernt, dass Mut nicht bedeutet, keine Angst zu haben – sondern trotzdem zu handeln:
„Mut ist etwas, was man nicht macht, weil man keine Angst hat, sondern etwas, das man macht, obwohl man Angst hat.”
Und wer glaubt, Ängste ließen sich von heute auf morgen besiegen, dem gibt Sarah eine ehrliche Antwort mit auf den Weg:
„Es ist vollkommen okay, wenn man viele Anläufe braucht. Nur das Wichtigste ist: nicht aufgeben.”
Ein freies, schönes Glück
Hat sich das Glücksgefühl durch die Reise verändert? Sarahs Antwort ist so einfach wie tiefgründig:
„Ich darf Angst haben, ich darf Fehler machen. Und das ist wirklich so ein freies, schönes Glück.”
Heute arbeitet Sarah erfolgreich als freie Texterin und Fotografin, hat eine Geschäftspartnerin und sogar eine freie Angestellte. Was einst ein Kindheitstraum war, ist heute ihr Alltag – und der Beweis, dass Angst wirklich keine Ausrede ist.
Weitere Interviews
“Vom Arzt zum Radiomoderator bis hin zum Abenteurer” – Interview mit Dr. Dirk Rohrbach
“Als Frau allein mit dem Fahrrad um die Welt” – Interview mit Dorothee Fleck
“Die abenteuerliche Reise als Anhalterin nach Australien” – Interview mit Nic Jordan

4 Kommentare
Inhaltlich fand ich den Podcast ziemlich gut. Aber ich musste ihn wirklich portionsweise anhören, weil ich Sarah Bauer nicht länger als 15 Minuten zuhören konnte. Sie sagt ja selber, dass sie gut reden kann, aber das war ein wenig “zu gut”
Hallo Patricia,
vielen Dank für Dein Feedback. Freut mich, dass er Dir gefallen hat. Dass Du ihn in kleineren Portionen hören musstest, ist nicht schlimm, denn er war sehr lang. Außerdem hatte Sarah viel zu erzählen und spricht ziemlich schnell. Das muss als Hörer auch verarbeitet werden. Mit Pausen ist das dann einfacher nachzuvollziehen. Das Wichtige ist doch, dass Dir der Inhalt gefallen hat und Du die Folge bis zum Ende gehört hast. 🙂
Viele Grüße
Daniel
Ich höre die Podcasts während der Arbeit oder beim Training, da kann ich so was problemlos durchhören 😉
Sehr cooler Podcast mal wieder. Aber ich muss dann doch mal den Kritiker raushängen lassen, was die Zukunftsangst angeht. Diese negative Aussicht habe ich prinzipiell auch, ich frage mich nur, warum “die Leute” dann ganz ängstlich und verdattert vor dem Klimawandel und den Umweltproblemen stehen und einfach nur sagen: Scheiße, wird echt hart werden.
Natürlich sind Industrien für Wasserverbrauch mitverantwortlich, natürlich ist es müßig über Tempo 130 zu sprechen, während Kreuzfahrtschiffe & Co über die Ozeane schippern. Aber wir müssen an allen Ecken und Enden anpacken und somit neben großen politischen Entscheidungen auch bei uns ganz persönlich. Ein mega großer Brocken ist die Landwirtschaft, was CO2 und Wasser angeht. Guckt euch Cowspiracy (Netflix) oder Dominion (Youtube) an. Schaut euch an, wo eure Kleidung unter welchen Umständen produziert wird. Guckt mal, welche Strom- und Gasversorger ihr mit euren monatlichen Zahlungen unterstützt (Greenwashing hat nichts mit Umweltschutz zu tun). Und wenn das alles nur zu einem Achselzucken und nicht zu Veränderung führt, dann haben wir als Menschheit nichts weiter als den Untergang verdient.