Dominik Spenst: Wie ein Unfall in Kambodscha das 6-Minuten-Tagebuch erschuf

Folge: 33

Nach einem schweren Motorradunfall in Kambodscha, 16 Wochen Krankenhaus und mindestens 12 Operationen rutschte Dominik Spenst in eine tiefe mentale Krise. Im Krankenhaus entdeckte er die Positive Psychologie und begann mit einfachen Dankbarkeitsübungen. Aus diesen Notizen entwickelte er das 6-Minuten-Tagebuch – heute über zwei Millionen Mal verkauft, in 20 Sprachen übersetzt. Seine packende Geschichte erzählt er bei „Mehr Mut zum Glück” mit Daniel Korth.

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Dominik Spenst 6-Minuten-Tagebuch Portrait
Dominik Spenst vom 6-Minuten Tagebuch im Portrait

Wer ist Dominik Spenst?

Dominik Spenst ist Unternehmer, Autor und Gründer des 6-Minuten-Tagebuchs sowie des Unternehmens urbestself. Er wuchs in Westfalen auf, studierte an der Frankfurt School of Finance und brach dann – nach einem lebensverändernden Unfall – mit dem klassischen Karriereweg.

Heute lebt er in Berlin. Seine Frau war die erste Mitarbeiterin bei urbestself – die beiden nutzen das 6-Minuten-Tagebuch gemeinsam jeden Morgen. Zusammen haben sie einen Sohn namens Neo. Das 6-Minuten-Tagebuch hat sich weltweit über zwei Millionen Mal verkauft und ist in 20 Sprachen übersetzt.

Vom Basketballer zum Banker – und beides passt nicht

Dominik Spensts erster großer Traum war nicht die Finanzwelt – sondern der Basketball. Mit zehn Jahren entdeckte er die Liebe zum Sport, 8,5 Jahre lang war Basketball sein Leben: viermal pro Woche Training, Spiele am Wochenende, nächtliche Aufnahmen von NBA-Spielen. Seine Eltern machten sich zeitweise Sorgen, weil er sich für nichts anderes zu interessieren schien.

Dann kam die nächste Phase: Investmentbanker werden. Duales Studium bei einer großen Privatbank, Frankfurt School of Finance – Geld und Karriere als logisches Ziel. Doch schon nach einem Jahr kamen die Wertekonflikte:

„Ich habe da nicht irgendwelche Leute verarschen wollen hinterm Presen. Das macht man halt einfach teilweise bei Banken.”

Er wechselte in die Wirtschaftsprüfung – und wusste trotzdem tief in sich, dass das nicht der richtige Weg war. Der richtige lag noch vor ihm, in einem Straßengraben in Kambodscha.

Shownotes & Bücher von Dominik Spenst

6-Minuten Tagebuch (Das Original) | Achtsamkeitstagebuch, Glückstagebuch | Dein Journal für deine Persönlichkeitsentwicklung, mehr Selbstliebe & Selbstfindung
  • ✅ Ein SIMPLES & WISSENSCHAFTLICH fundiertes Journal für ein GLÜCKLICHERES & ERFÜLLTERES Leben. Mehr als 2.000.000 Nutzer*innen, übersetzt in 20 Sprachen – Nutze die praxiserprobten Prinzipien der positiven Psychologie, um dein Wohlbefinden zu deinem persönlichen Projekt zu machen. Lebe dein Leben bewusster, und gestalte deinen Alltag positiver!
  • ✅ Gezielte SELBSTREFLEXION für mehr FOKUS auf FORTSCHRITT und das GUTE in dir und um dich herum – Mit diesem Journal trittst in Kommunikation mit dir selbst. Du findest heraus, WAS dich wirklich glücklich macht. Dann baust du positive Gewohnheiten – wie Dankbarkeit, Optimismus und tägliche Selbstliebe– auf, die MEHR DAVON in dein Leben tragen. Konstant & Proaktiv in die richtige Richtung!
  • ✅ PERSÖNLICHKEITSENTWICKLUNG leicht gemacht – Wir haben komplexe Forschungsergebnisse in ein leicht anwendbares Journal verwandelt. KLEINER AUFWAND, GROßE WIRKUNG: Fokussier Dich – Schritt für Schritt – auf das, was Dich wirklich erfüllt!

Der Motorradunfall in Kambodscha – Der Wendepunkt

Am Ende seines Auslandssemesters in Bangkok reiste Dominik allein weiter nach Kambodscha. Auf einer Rollerfahrt zu einer Aussichtsplattform fuhr ihm ein anderer Fahrer von hinten ins Bein – mitten im Nirgendwo, auf einem Feldwegkreuzung. Die Metallklappe des Rollers riss sein Bein auf. Der Fahrer beging Fahrerflucht. Dominik lag eine halbe Stunde allein auf der Straße, verlor Blut, umringt von Schaulustigen mit Handykameras und einer Polizei, die nichts unternahm.

„Ich habe zwischendurch gedacht, es könnte sein, dass ich hier verbluten würde.”

Gerettet wurde er von einem Australier namens Doug – der ihn ins nächste Krankenhaus brachte und damit sein Leben rettete. Dominik schickt ihm bis heute jedes Jahr einen Whisky.

Was folgte: Morphium-Entzug im kambodschanischen Krankenhaus bei 40 Grad ohne Klimaanlage, Rücktransport nach Deutschland, falsche Antibiotika, immer neue Infektionen, immer neue Operationen. 16 Wochen Krankenhaus, mindestens 12 Operationen – und die reale Möglichkeit, das Bein zu verlieren.

„Als ich das erste Mal gehört habe, dass ich mein Bein verlieren kann, bin ich damals echt in ein Loch gefallen. Einfach ein mentales.”

Dankbarkeit nach dem Trauma – Wie Dominik Spenst aus der Krise fand

Im mentalen Tiefpunkt begann Dominik zu googeln: „positive Psychologie”, „mentales Loch”. Er las Studien – und stieß auf eine, die ihn nicht mehr losließ: Wer sich zweimal pro Woche aufschreibt, wofür er dankbar ist, bemerkt nach einer Woche einen messbaren Effekt auf sein Wohlbefinden – der noch einen Monat später nachweisbar ist.

Er begann im Krankenhaus mit zwei simplen Fragen:

  1. Wofür bin ich dankbar?

  2. Was habe ich heute jemandem Gutes getan?

Nach wenigen Tagen fragten Besucher, ob es eine gute Nachricht gäbe – dabei hatte sich im Außen nichts verändert. Nur seine Einstellung.

„Es sind nicht die glücklichen Menschen, die dankbar sind – es sind die dankbaren Menschen, die glücklich sind.”

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Positive Psychologie als Lebensphilosophie

Dominik beschreibt Glück heute als ein Tennisspiel aus Akzeptanz und Fortschritt:

„Auf der einen Seite vom Tennisplatz steht die Akzeptanz, auf der anderen Seite steht der Fortschritt – und die spielen sich die ganze Zeit den Ball zu.”

Unser Gehirn, erklärt er, hat eine Teflonbeschichtung für Positives – und ist wie ein Aufsaugeschwamm für Negatives. Evolutionär sinnvoll, im Alltag hinderlich. Dankbarkeit wirkt diesem Automatismus aktiv entgegen – nicht als esoterisches Konzept, sondern als eines der am besten erforschten Werkzeuge für langfristiges Wohlbefinden.

„Glück ist kein Zufall, sondern eine Frage deiner Einstellung.”

Der Wertetest von Dominik Spenst

Begleitend zum 6-Minuten-Tagebuch hat Dominik Spenst einen kostenlosen Wertetest entwickelt, der dir hilft, deine persönlichen Kernwerte zu identifizieren. Er ist auf urbestself.de verfügbar und ist für viele der erste Schritt – weil Dankbarkeit und Fokus erst dann wirklich greifen, wenn man weiß, wofür man lebt.

Die Entstehung des 6-Minuten-Tagebuchs

Das 6-Minuten-Tagebuch ist dabei kein Wundermittel, sondern ein bewusst einfach gehaltenes Werkzeug, das auf jahrelanger eigener Erfahrung basiert. Es entstand nicht als Business-Idee, sondern als persönliches Werkzeug – direkt im Krankenhaus. Dominik entwickelte sein eigenes Journal zunächst für sich, ergänzte die zwei Grundfragen Schritt für Schritt um Reflexionsfragen und baute daraus eine Morgen- und Abend-Routine.

Er setzte alles selbst um – Struktur, Grafik, Produktion. Damals war es ungewöhnlich, als Einzelperson ein eigenes Buch zu produzieren und über Amazon zu verkaufen. Es gab kaum Konkurrenz, kaum Bewusstsein für diese Themen. Das Buch verkaufte sich fast von selbst – weil die Nachfrage nach Dankbarkeit und mentaler Gesundheit gerade erst begann zu wachsen.

„Wenn mir das so hilft, dann kann es auch einfach anderen helfen – und so kamen wir irgendwie dann zum 6-Minuten-Tagebuch.”

Warum Dankbarkeit trainierbar ist

Im Podcast betont Dominik, dass Dankbarkeit keine Stimmung ist, sondern eine Fähigkeit – die man trainieren muss wie einen Muskel. Neuere Studien zeigen: Dankbarkeit löst im Körper ähnliche Prozesse aus wie intensives Intervalltraining – entzündungshemmende Enzyme werden ausgeschüttet, das Nervensystem beruhigt sich. Der entscheidende Unterschied: Der Aufwand ist minimal.

Er selbst nutzt das 6-Minuten-Tagebuch bis heute täglich mit seiner Frau. Nicht aus Pflicht, sondern weil er merkt, wie schnell der Fokus sonst kippt.

„Angst ist immer ein guter Indikator für die Dinge, die man machen sollte.”

Was mich an diesem Gespräch so beeindruckt hat: Dominik erzählt nicht wie jemand, der eine Erfolgsgeschichte verkaufen will. Er erzählt wie jemand, der wirklich im Dreck gelegen hat – auf einer Feldwegkreuzung in Kambodscha, im Entzug im Krankenhaus, in einem mentalen Loch, das er sich selbst kaum erklären konnte. Und genau deshalb klingt es echt.

FAQs zu Dominik Spenst

Wer ist Dominik Spenst?

Dominik Spenst ist Unternehmer, Autor und Gründer des 6-Minuten-Tagebuchs und von urbestself. Er wuchs in Westfalen auf, studierte an der Frankfurt School of Finance und entwickelte nach einem schweren Motorradunfall in Kambodscha eines der bekanntesten Journaling-Formate im deutschsprachigen Raum. Er lebt in Berlin.


Was ist der Dominik Spenst Unfall?

Dominik Spenst erlitt während eines Alleintrips in Kambodscha einen schweren Motorradunfall. Ein anderer Rollerfahrer fuhr ihm von hinten ins Bein, riss es auf und beging Fahrerflucht. Dominik lag eine halbe Stunde allein auf der Straße, bevor ihn ein Australier namens Doug rettete. Es folgten 16 Wochen Krankenhaus, mindestens 12 Operationen und die reale Drohung einer Beinamputation.


Was ist das 6-Minuten-Tagebuch?

Das 6-Minuten-Tagebuch ist ein Journal, das auf den Prinzipien der positiven Psychologie basiert. Es enthält eine Morgen- und Abend-Routine mit je drei Minuten täglich – mit Fragen zu Dankbarkeit, Tagesgestaltung und Reflexion. Es wurde weltweit über zwei Millionen Mal verkauft und in 20 Sprachen übersetzt.


Was ist der Wertetest von Dominik Spenst?

Der Wertetest ist ein kostenloses Tool auf urbestself.de, das hilft, persönliche Kernwerte zu identifizieren. Er ergänzt das 6-Minuten-Tagebuch als erster Schritt zur Selbstreflexion.


Hat Dominik Spenst eine Frau?

Ja. Dominik Spensts Frau war die erste Mitarbeiterin bei urbestself. Die beiden nutzen das 6-Minuten-Tagebuch gemeinsam und haben einen Sohn namens Neo.

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