Dominik Spenst – Vom Motorradunfall in Kambodscha zum 6-Minuten-Tagebuch

Folge: 33

Nach einem schweren Motorradunfall in Kambodscha und vier Monaten Krankenhaus mit 12 Operationen rutschte Dominik Spenst in eine tiefe mentale Krise. Im Krankenhaus entdeckte er die Positive Psychologie und begann mit einfachen Dankbarkeitsübungen. Aus diesen Notizen entwickelte er das 6-Minuten-Tagebuch, das heute millionenfach verkauft wurde und weltweit Menschen zu mehr Glück verhilft. Seine packende Geschichte erzählt er bei „Mehr Mut zum Glück“ mit Daniel Korth

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Dominik Spenst 6-Minuten Tagebuch Portrait
Dominik Spenst vom 6-Minuten Tagebuch im Portrait

Wer ist Dominik Spenst?

Dominik Spenst wurde 1988 in Westfalen geboren und verbrachte seine Jugend mit leidenschaftlichem Basketball. Viermal wöchentliches Training und Spiele am Wochenende prägten sein Leben bis zum 18. Lebensjahr. Sein nächster Traum war Investmentbanker. Dafür absolvierte er ein duales Studium an der Frankfurt School of Finance & Management, inklusive eines Jahres als Bankkaufmann bei einer großen deutschen Privatbank.

Schon früh stießen ethische Konflikte auf: „Ich wollte niemandem Fonds andrehen, die es nicht verstehen“, erinnert er sich. Nach Bachelor und Master, inklusive zwei Semestern in Bangkok, hatte er sichere Jobangebote als Wirtschaftsprüfer. Doch die pulsierende Metropole weckte Zweifel: „BWL lehrte mich Lernen, aber nicht Leidenschaft.“ Dieser Bogen vom zielstrebigen Sportler und BWLer zum Sinnsuchenden mündete im dramatischen Wendepunkt.

Der Motorradunfall in Kambodscha als Lebenswendepunkt

Im Jahr 2015 reiste Spenst allein durch Südostasien und erlebte in Kambodscha einen Albtraum. Auf Rollern unterwegs rammte ein Unbekannter von hinten mit der Metallfußraste sein Bein, verletzte die Schlagader schwer und beging Fahrerflucht. „Eine halbe Stunde lag ich blutend im Nirgendwo“, beschreibt er. „Fliegen sammelten sich um die Wunde, Einheimische filmten nur mit ihren Handys.“

Ein australischer Sanitäter namens Doug rettete ihm das Leben und schleppte ihn ins Krankenhaus. In Kambodscha erhielt er Morphium-Überdosen bei 40 Grad ohne Klimaanlage, was zu schweren Delirien führte. Nach dem Flug nach Deutschland scheiterten Hauttransplantate durch tropische Infektionen – falsche Antibiotika verschlimmerten die Lage. Nach vier Monaten Krankenhaus brach er mental zusammen: „Ich war immer resilient gefühlt, doch Morphinentzug, Oxycodon und der Verlust von Opa und Onkel zerbrachen mich.“

Ein Schlüsselmoment kam durch seine Oma, die selbst Trauer erlitten hatte: „Reiß dich zusammen, Dominik!“ Dieser Appell leitete seinen Aufstieg ein.

Positive Psychologie als Rettungsanker: Dankbarkeit verändert alles

In seiner Verzweiflung googelte Spenst „mentales Loch“ und stieß 2015 – noch lange vor dem aktuellen Achtsamkeits-Boom – auf Positive Psychologie. Wissenschaftliche Studien überzeugten ihn sofort: Zweimal wöchentliches Dankbarkeitsjournaling steigert das Wohlbefinden messbar über Monate hinaus. Er begann mit zwei einfachen Fragen: „Wofür bin ich heute dankbar?“ und „Wem habe ich heute etwas Gutes getan?“

Die Wirkung war verblüffend: „Besucher fragten plötzlich: ‚Gibt es gute Nachrichten?'“, berichtet er. „Nichts hatte sich äußerlich geändert – nur meine innere Sicht.“ Das Krankenhauspersonal, Elternbesuche, sogar die quirlige Putzfrau wirkten plötzlich positiv. Parallel trainierte er heimlich Klimmzüge an einer improvisierten Stange: „Sport war 15 Jahre meine Identität – das hielt mich geerdet.“

„Dankbarkeit aktiviert entzündungshemmende Enzyme wie intensives Intervalltraining“, erklärt Spenst die Wissenschaft. „Minimaler Aufwand, maximaler Ertrag – das ist ihr Geheimnis.“

Seine Glücksformel lautet: „Glück ist ein Tennisspiel zwischen Akzeptanz und Fortschritt. Du bist toll so, wie du bist, aber mit enormem Potenzial zur Weiterentwicklung.“ Er kritisiert westliche Systeme: „Schulen und Berufswelt pushen nur Leistung, Akzeptanz fehlt.“ Sein zentraler Punkt: „Das größte Dankbarkeitsmärchen ist ‚Erst reich/ erfolgreich werden, dann dankbar sein‘. Genau umgekehrt stimmt es: Dankbare Menschen werden glücklich.“

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Funktionsweise und wissenschaftliche Basis

Direkt im Krankenhausbett entstand Spensts erstes Journal aus seinen täglichen Reflexionen. Das Konzept: Drei Minuten morgens (Dankbarkeit, „Wie mache ich heute meinen Tag wundervoll?“, Tagesfokus) und drei Minuten abends (Reflexion, gute Taten der letzten 24 Stunden).

„Das Tagebuch bekämpft unseren ‚evolutionären Miesepeter'“, erklärt er. „Negatives wiegt neurologisch dreimal stärker als Positives – unser Gehirn ist Teflon für Gutes, Schwamm für Schlechtes.“ Die Hebelwirkung liegt im Timing: „Morgens positiv starten, abends mit guten Gedanken enden – das prägt nachhaltig.“

Spenst nutzt es heute mit seiner Frau vier- bis fünfmal wöchentlich gemeinsam, das Erfolgsjournal täglich für Struktur und Fokus. „Notiere kleine Erfolge: Gute Gym-Session, lustiges Lachen mit meinem Sohn – daraus entstehen Gewohnheiten.“

Erfolgsgeschichte und Varianten

Er gestaltete alles selbst – mit einer Grafikerin tausendfach kommentiert, Produktion in China organisiert – und launchte über Amazon ohne Werbebudget. Das Timing war perfekt: Genau als das Bewusstsein für mentale Gesundheit und Achtsamkeit explodierte, kam organische Nachfrage.

Heute sind 2–3,5 Millionen Exemplare in 22 Sprachen verkauft, mit 30.000 Amazon-Rezensionen. Rowohlt brachte es in Buchläden, internationale Verlage folgten (Korea, Russland, Usbekistan). Varianten wie das Erfolgsjournal (Fokus/Balance) und Art Edition erweiterten die Reihe. „Sechs bis sieben Monate Inhalte pro Buch – wertvoller als drei Bierabende.“

6-Minuten-Verlag: Wachstum, Krisen und Podcast-Expansion

Vom Solo-Unternehmer zum Team

Der Verlag wuchs organisch: Spensts erste Mitarbeiterin wurde seine Frau, zeitweise hatte er 12 Teammitglieder. „Hyperschwere Entscheidungen prägten die Wachstumsphase“, erinnert er sich. Tennisarme durch permanentes Schreiben zwangen zur Innovation: „Der Standing Desk war mein Retter.“

Burnout-Nähe wurde zum Wendepunkt: „Ich probierte Apps und andere Journals – nichts passte. Daraus entstand das Erfolgsjournal für Fokus und Balance.“ Spenst ist ehrlich: „Unternehmensaufbau ist schwieriger als Bücher entwickeln – unser Modell ist nischig, ohne Vorbilder.“ Heute fokussiert er Strategie statt operatives Chaos.

6-Minuten-Podcast: Persönlichkeitsentwicklung to go

Seit dem 31. August 2021 liefert sein Podcast sechs-minütige, wissenschaftlich fundierte Impulse zur persönlichen Weiterentwicklung. „Weniger im Tagesgeschäft, mehr in Produktentwicklung und Strategie – so baue ich ein langlebiges System.“ Langfristig plant er drei bis vier Monate Reisen pro Jahr mit Sohn.

Praktische Tipps von Dominik Spenst für mehr Glück und Erfolg

Alltagsroutinen, die wirken

Spenst gibt konkrete, sofort umsetzbare Ratschläge: „Bettmachen am Morgen triggert Disziplin – Studien zeigen, es führt zu mehr Sport, Ordnung und Produktivität.“ Tracke täglich kleine Erfolge: „Heute eine Stunde sinnlos mit meinem Sohn gelacht – solche Momente zählen.“

Gegen Tennisarm und Haltungsschäden rät er: „Wechsle ständig Positionen – Stehtisch, verschiedene Mäuse, Sitzen/Stehen abwechseln.“ „Präventiv handeln schützt Gesundheit vor dem Crash.“

Mindset-Shift für nachhaltigen Erfolg

„Es ist wichtiger, das Richtige zu tun, als etwas richtig zu machen“, ist sein Leitmotiv. Beispiel Finanzen: „Priorisiere zuerst, dann ETF kaufen.“ Bei Feedback: „Face-to-Face-Kritik immer annehmen – sie macht stark.“

Mut definiert er so: „Mutiger und Feigling spüren exakt dieselbe Angst. Der Mutige handelt trotzdem – Angst signalisiert Wachstum.“ (Zitat seines Mike-Tyson-Trainers). Freiheit bedeutet: „Selbstbestimmt Zeit für deine Energiequellen haben – Familie, Produktentwicklung, nicht nur Urlaub.“

Dominik Spensts Reise vom Tiefpunkt zum millionenfachen Impact beweist: Krisen formen Stärke, wenn man aktiv handelt. Starte noch heute mit drei Minuten im 6-Minuten-Tagebuch – mehr Glück, Fokus und Lebensfreude warten auf dich.

Shownotes & Bücher von Dominik Spenst

6-Minuten Tagebuch (Das Original) | Achtsamkeitstagebuch, Glückstagebuch | Dein Journal für deine Persönlichkeitsentwicklung, mehr Selbstliebe & Selbstfindung
  • ✅ Ein SIMPLES & WISSENSCHAFTLICH fundiertes Journal für ein GLÜCKLICHERES & ERFÜLLTERES Leben. Mehr als 2.000.000 Nutzer*innen, übersetzt in 20 Sprachen – Nutze die praxiserprobten Prinzipien der positiven Psychologie, um dein Wohlbefinden zu deinem persönlichen Projekt zu machen. Lebe dein Leben bewusster, und gestalte deinen Alltag positiver!
  • ✅ Gezielte SELBSTREFLEXION für mehr FOKUS auf FORTSCHRITT und das GUTE in dir und um dich herum – Mit diesem Journal trittst in Kommunikation mit dir selbst. Du findest heraus, WAS dich wirklich glücklich macht. Dann baust du positive Gewohnheiten – wie Dankbarkeit, Optimismus und tägliche Selbstliebe– auf, die MEHR DAVON in dein Leben tragen. Konstant & Proaktiv in die richtige Richtung!
  • ✅ PERSÖNLICHKEITSENTWICKLUNG leicht gemacht – Wir haben komplexe Forschungsergebnisse in ein leicht anwendbares Journal verwandelt. KLEINER AUFWAND, GROßE WIRKUNG: Fokussier Dich – Schritt für Schritt – auf das, was Dich wirklich erfüllt!

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