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Zuletzt aktualisiert im Mai 2026
Was bedeutet Glück?
Für Sebastian Canaves ist Glück keine abstrakte Theorie – es ist ein Zustand, den er aktiv herstellt:
„Glück bedeutet für mich Freiheit. Die Freiheit, selbst zu entscheiden, wann, wo und wie ich arbeite. Und die Freiheit, die Dinge zu tun, die mir wirklich wichtig sind.”
Doch er macht auch klar, dass diese Freiheit keineswegs selbstverständlich ist – und dass sie Arbeit erfordert:
„Viele denken, digitaler Nomade zu sein bedeutet, den ganzen Tag am Strand zu liegen. Das ist ein Mythos. Es ist harte Arbeit, nur eben an schöneren Orten.”
Studium abgebrochen für einen Reiseblog – wie alles begann
Sebastian war kurz vor dem Ende seines Studiums, als er eine Entscheidung traf, die viele für verrückt hielten:
„Ich hatte nur noch wenige Monate bis zum Abschluss. Aber ich habe gemerkt, dass ich auf einem Weg war, der nicht meiner war. Ich wollte nicht in ein klassisches Berufsleben einsteigen – ich wollte die Welt sehen.”
Er brach das Studium ab und startete Off the Path – zunächst als persönliches Reisetagebuch, bald als einer der meistgelesenen deutschen Abenteuer-Reiseblogs. Der Name war Programm:
„Off the Path bedeutet, abseits der ausgetretenen Pfade zu gehen. Nicht den Touristenpfaden zu folgen, sondern eigene Wege zu finden – im Reisen und im Leben.”

Digitaler Nomade werden: Was wirklich dahintersteckt
Sebastian erlebte den Höhepunkt der Digitale-Nomaden-Bewegung hautnah – die DNX-Konferenzen, die Community, das Gefühl, Teil von etwas Neuem zu sein. Aber er hat auch gelernt, was diesen Lifestyle wirklich trägt:
„Du brauchst keine Millionen-Reichweite, um als digitaler Nomade zu leben. Du brauchst ein Geschäftsmodell, das ortsunabhängig funktioniert. Das ist der entscheidende Unterschied.”
Seine wichtigste Erkenntnis für alle, die diesen Weg gehen wollen:
„Fang klein an. Teste, ob das, was du machen willst, wirklich funktioniert – bevor du deinen Job kündigst. Ich habe meinen Blog parallel aufgebaut und erst dann den Sprung gewagt.”
Was viele unterschätzen: der mentale Aspekt.
„Einsamkeit ist das größte Problem, über das niemand spricht. Du bist ständig unterwegs, lernst tolle Menschen kennen – aber es ist schwer, tiefe Beziehungen aufzubauen, wenn du nach drei Wochen wieder weiterfährst.”
Off the Path: Wie Sebastian seinen Blog aufgebaut hat
Der Aufbau von Off the Path war kein linearer Weg nach oben. Sebastian probierte vieles aus – Reiseberichte, Videos, Kooperationen – und lernte dabei das Wichtigste über Content-Erstellung:
„Wenn Du am Ball bleiben willst, musst Du Dich ständig neu erfinden. Das Internet verändert sich, die Plattformen verändern sich, das Publikum verändert sich. Wer stehen bleibt, fällt zurück.”
Was ihn von anderen Reisebloggern unterschied: sein Fokus auf echte Abenteuer abseits des Mainstreams. Keine Hotelrezensionen, keine Touristenpfade – sondern Geschichten, die unter die Haut gehen:
„Ich wollte nie ein Reisemagazin im Internet sein. Ich wollte Geschichten erzählen, die Menschen inspirieren, selbst loszuziehen.”
Der Durchbruch kam nicht über Nacht – sondern durch Konsistenz über Jahre und die Bereitschaft, sich selbst als Protagonist in die Geschichten einzubringen.
Corona und der Neustart: Wenn der Lifestyle wegbricht
2020 traf Sebastian Canaves das, was vielen Reisebloggern das Genick gebrochen hätte: Die Welt stand still. Keine Reisen, keine Kooperationen, kein Content.
„Corona hat meinen kompletten Lifestyle auf einen Schlag zerstört. Von einem Tag auf den anderen war alles vorbei, was ich aufgebaut hatte. Das war ein Schock.”
Doch statt aufzugeben, nutzte er die Zeit zum Umdenken:
„Ich habe mich gefragt: Was will ich wirklich? Was macht mir wirklich Freude – unabhängig davon, ob ich dabei reise oder nicht? Und ich habe gemerkt, dass es das Erzählen von Geschichten ist. Das Reisen ist das Mittel – aber das Erzählen ist der Zweck.”
Das Ergebnis: Sebastian zog nach Mallorca, gründete einen kleinen Verlag, veröffentlichte Bücher – darunter „Die coolsten Mikroabenteuer Deutschlands” – und wurde Reiseveranstalter für kleine, kuratierte Gruppenreisen.
Reiseveranstalter und Buchautor: Was heute anders ist
Sebastians heutiges Geschäftsmodell ist deutlich breiter als noch 2015 – und deutlich stabiler:
„Ich lebe heute nicht mehr von Werbebannern und Kooperationen. Ich habe mehrere Säulen: den Blog, den Podcast, die Bücher und die Reisen, die ich selbst veranstalte. Wenn eine Säule wegbricht, stehe ich noch.”
Der Reiseveranstalter-Part überraschte ihn selbst:
„Ich hätte nie gedacht, dass ich mal Reisen verkaufe. Aber ich merke, dass viele Menschen gerne reisen wollen – aber Angst haben, es alleine zu tun. Da kann ich helfen. Ich kenne die Orte, ich kenne die Geschichten dahinter.”
Heute lebt Sebastian mit seiner Freundin Line auf Mallorca – von dort aus bloggt, podcastet und veranstaltet er:
„Mallorca ist meine Basis. Nicht weil es das aufregendste Ziel der Welt ist – sondern weil es das Leben leichter macht. Gutes Klima, gute Infrastruktur, nah an Deutschland.”
Tipps für angehende Reiseblogger
Sebastian bekommt regelmäßig Nachrichten von Menschen, die fragen, wie sie als Reiseblogger starten können. Seine Antworten sind direkt:
1. Fang sofort an – aber bau parallel auf
„Kündige nicht deinen Job, bevor du nicht weißt, dass dein Konzept funktioniert. Starte deinen Blog, baue eine Audience auf, teste dein Geschäftsmodell. Dann spring.”
2. Wähl eine Nische
„Reiseblog ist kein Nische. Mallorca-Geheimtipps für Familien ist eine Nische. Je spezifischer du bist, desto leichter findest du dein Publikum.”
3. Investiere in Qualität, nicht in Quantität
„Ein guter Artikel ist mehr wert als zehn mittelmäßige. Google weiß das. Deine Leser wissen das. Du solltest das auch wissen.”
4. Erzähl Geschichten – keine Fakten-Listen
„Menschen erinnern sich an Geschichten, nicht an Aufzählungen. Was hast du erlebt? Was hat dich überrascht? Was hat dich bewegt? Das ist Content, der bleibt.”
5. Denk von Anfang an ans Geld
„Leidenschaft reicht nicht. Du brauchst ein Geschäftsmodell. Affiliates, digitale Produkte, Workshops, Reisen – überlege früh, wie du Geld verdienen willst.”
Wordshuffle: Sebastian Canaves in Schlagworten
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Abenteuer – „Abenteuer ist nicht immer Extremsport oder Dschungel. Abenteuer ist, wenn du etwas tust, das dich aus deiner Komfortzone holt. Das kann auch ein Wochenende in einer fremden Stadt sein.”
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Mut – „Mut bedeutet nicht, keine Angst zu haben. Mut bedeutet, trotz der Angst loszugehen. Den Schritt zu machen, auch wenn du nicht weißt, was danach kommt.”
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Mallorca – „Mehr als ein Ballermann-Klischee. Eine Insel mit unglaublicher Natur, tollen Menschen und einem Tempo, das gut zu mir passt.”
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Corona – „Die härteste Phase meines Lebens als Blogger. Und gleichzeitig die wichtigste – weil sie mich gezwungen hat, neu zu denken.”
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Digitaler Nomade – „Ein Begriff, der sich abgenutzt hat. Aber das Prinzip dahinter – ortsunabhängig arbeiten, die Welt entdecken – ist aktueller denn je.”
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Neuerfinden – „Das Einzige, was bleibt, ist Veränderung. Wer sich nicht neu erfindet, bleibt stehen.”
Shownotes Off the Path
- Zum Blog Off the Path”
- Zum Podcast von Sebastian
- Zum YouTube-Kanal von Sebastian
- Zu den Buch-Veröffentlichungen*
- Zum Finanzrocker-Interview mit Patrick Hundt
- Zum Finanzrocker-Mixtape mit Tim Chimoy
FAQs: Reiseblogger & digitaler Nomade
Was ist Off the Path?
Off the Path ist einer der bekanntesten deutschen Abenteuer-Reiseblogs, gegründet von Sebastian Canaves. Der Name steht für Reisen abseits der Touristenpfade. Neben dem Blog betreibt Sebastian einen Podcast, veröffentlicht Bücher und veranstaltet kleine Gruppenreisen.
Wie wird man Reiseblogger?
Sebastian Canaves empfiehlt: Zuerst eine klare Nische wählen, parallel zum bestehenden Job starten, auf Qualität statt Quantität setzen – und von Anfang an ein Geschäftsmodell mitdenken. Leidenschaft allein reicht nicht.
Was ist ein digitaler Nomade?
Ein digitaler Nomade arbeitet ortsunabhängig über das Internet und verbringt dabei Zeit an verschiedenen Orten der Welt. Sebastian Canaves war einer der bekanntesten Vertreter dieser Bewegung im deutschsprachigen Raum.
Wie hat sich das Leben als digitaler Nomade nach Corona verändert?
Für Sebastian bedeutete Corona einen kompletten Neustart. Er zog nach Mallorca, diversifizierte sein Geschäftsmodell mit Büchern und Reiseveranstaltungen und arbeitet heute von einer festen Basis aus – mit bewusst geplanten Reisen statt permanentem Unterwegssein.
Was hat Sebastian Canaves veröffentlicht?
Sein bekanntestes Buch ist „Die coolsten Mikroabenteuer Deutschlands” mit über 100 Ideen für unvergessliche Erlebnisse. Es erschien im eigenen Verlag und richtet sich an alle, die Abenteuer auch ohne Weltreise erleben wollen.
Wie verdient man als Reiseblogger Geld?
Sebastian Canaves setzt auf mehrere Säulen: Affiliate-Marketing, Buchverkäufe, Podcast, Kooperationen mit Tourismus-Partnern und eigene Reiseveranstaltungen. Sein wichtigster Rat: Nie von nur einer Einkommensquelle abhängig sein.
Ein Kommentar
Vielen Dank für das äußerst interessante Interview. Schon lange habe ich mich gefragt, was wohl aus den Leuten des DNX geworden ist.
Es war mal Zeit, Klartext über die Digitalen Nomaden zu sprechen. Dass das “Arbeiten am Strand” alles nur Fake ist, merkt jeder, der es mal versucht hat 😉 Sebastian ist wirklich eine schillernde Persönlichkeit. Ich hatte auch schon das Vergnügen, in seinem Podcast gewesen zu sein.
Sonnige Grüße aus dem Schwarzwald,
Dorothee