Podcast auf allen Plattformen
Hier findest du “Mehr Mut zum Glück” auf allen Plattformen zum Download
Überblick Interview mit Christina Hillesheim
Glück entsteht oft nicht dann, wenn man es jagt – sondern wenn man aufhört, sich selbst zu überfordern. Im Podcast „Mehr Mut zum Glück“ erzählt Christina Hillesheim offen von ihrem Burnout, von jahrelangen Angststörungen und davon, wie sie Schritt für Schritt in ein selbstbestimmtes Leben zurückgefunden hat.
Aus dieser persönlichen Krise entstand Happy Dings – zunächst als DIY-Blog, später als Plattform rund um Angst, mentale Gesundheit und einen anderen Umgang mit den Herausforderungen des Lebens.
Christina Hillesheim: Schon als Kind von Ängsten begleitet
Christina Hillesheim kennt Ängste schon aus ihrer Kindheit. Sie hatte Angst vor Krankheiten, sorgte sich um ihre Mutter und machte sich bereits als Neunjährige Gedanken über Hautkrebs. „Ich war einfach ein sehr ängstliches Kind“, erzählt sie im Gespräch. Wenn sie irgendwo ein Zwicken oder eine andere körperliche Veränderung bemerkte, holte sie sogar ein Lexikon aus dem Schrank und begann nachzulesen. Was für andere Kinder völlig ungewöhnlich gewesen wäre, war für Christina damals einfach normal. Sie kannte es nicht anders und hinterfragte ihre Ängste lange Zeit überhaupt nicht.
Über die Jahre kamen die Ängste immer wieder in unterschiedlichen Phasen. Besonders deutlich wurden sie mit etwa 20, als Christina nach einer Trennung erstmals Panikattacken bekam. Trotzdem konnte sie lange Zeit einigermaßen gut damit leben. Erst einige Jahre später wurde aus der Angst eine immer größere Belastung.
2016 kam schließlich vieles zusammen: Christina entwickelte einen Burnout und eine Depression, konnte irgendwann nicht mehr arbeiten und war ein Jahr krankgeschrieben. „Da war ich wirklich so, da konnte ich auch nicht mehr arbeiten“, erinnert sie sich. Rückblickend war dieser Tiefpunkt aber auch der Moment, an dem sie gezwungen war, genauer hinzuschauen: Woher kommen diese Ängste eigentlich – und wie möchte ich mein Leben wirklich leben?
Wie aus Angst und Panik schließlich ein Burnout wurde
Der Weg in den Burnout kam bei Christina nicht von heute auf morgen. Sie beschreibt vielmehr einen Prozess, in dem sich immer mehr Dinge zuspitzten. Schlafprobleme wurden irgendwann zum entscheidenden Warnsignal. „Ich konnte einfach nicht mehr schlafen“, erzählt sie. Gleichzeitig stand sie ständig unter einer enormen inneren Anspannung. Christina beschreibt diese Zeit als eine Art Dauerzustand, aus dem sie nicht mehr herauskam: „Ich war wie so ein Duracell-Hase. Ich habe immer innerlich das Gefühl gehabt, so wie kurz vorm Platzen.“ Dazu kamen die Ängste, Panik und schließlich depressive Gedanken. Irgendwann war die Belastung so groß, dass aus den ursprünglich geplanten zwei Wochen Krankschreibung ein ganzes Jahr wurde.
Was Christina damals besonders zu schaffen machte: Sie hatte das Gefühl, nie wieder aus diesem Zustand herauszukommen. Genau diese Gedanken gehören für sie im Rückblick zu einer Depression dazu – und verstärkten die Angst noch weiter. Erst als sie sich Hilfe suchte, begann sich langsam etwas zu verändern. Der Weg zurück war allerdings kein schneller Befreiungsschlag. Es dauerte Monate, bis es Schritt für Schritt besser wurde.
Christina nahm schließlich auch Medikamente, obwohl sie sich anfangs lange dagegen gewehrt hatte, und blieb in Kontakt mit ihrem Psychiater. Gleichzeitig begann sie, sich intensiv mit sich selbst zu beschäftigen: Sie hörte Podcasts, las Bücher, machte Kurse und stellte ihr Leben auf den Prüfstand. „Und das hat dann ein Jahr aber bestimmt gedauert, bis ich dann wieder gesund war“, sagt sie. Rückblickend ging es ihr danach sogar besser als vor dem Burnout.
Was Christina Hillesheim geholfen hat, ihre Angst zu überwinden
Der Weg aus der Angst war für Christina kein einzelner Moment und schon gar keine schnelle Lösung. Zunächst war professionelle Unterstützung wichtig. Nachdem sie sich lange gegen Medikamente gewehrt hatte, begann ihr Psychiater gemeinsam mit ihr die Behandlung anzupassen.
Die erste Veränderung war dabei ganz unspektakulär: Christina konnte langsam wieder besser schlafen. Von einer „Glückspille“, die plötzlich alles gut macht, konnte aber keine Rede sein. Es ging Schritt für Schritt aufwärts. Gleichzeitig begann sie, sich selbst immer intensiver mit ihren Ängsten und ihrem Leben auseinanderzusetzen. Sie hörte Podcasts, las Bücher, besuchte Kurse und stellte vieles infrage, was sie bisher für selbstverständlich gehalten hatte.
Heute beschreibt Christina ihren Umgang mit Angst vor allem als etwas, das sie neu gelernt hat. Sie spricht von Neuroplastizität – also davon, dass unser Gehirn neue Verhaltensweisen lernen kann. „Ich habe mein Gehirn sozusagen umprogrammiert“, sagt sie. Angst gehört für sie weiterhin zum Leben, aber die früheren Horrorszenarien bestimmen ihren Alltag nicht mehr. Entscheidend sei, immer wieder ein neues Verhalten einzuüben, bis es irgendwann automatisch werde.
Dazu gehört für Christina auch, Warnsignale ernst zu nehmen. Wenn sie heute merkt, dass sie mehrere Nächte schlecht schläft oder ihre Energie nachlässt, wird nicht einfach weitergemacht. Dann heißt es: Handy weg, Arbeit aus und erstmal wieder zur Ruhe kommen. Ihre Erfahrung zeigt dabei vor allem eines: Veränderung braucht Zeit – und manchmal auch den Mut, das eigene Leben tatsächlich zu verändern.
Happy Dings: Vom DIY-Blog zur Plattform für mentale Gesundheit
Als Christina Hillesheim sich 2017 selbstständig machte, war von dem heutigen Happy Dings noch nicht viel zu sehen. Nach ihrem Burnout hatte sie zunächst mit dem Gedanken gespielt, wieder irgendwo angestellt zu arbeiten. Doch allein die Vorstellung, wieder jemandem Rechenschaft schuldig zu sein, löste bei ihr schon Druck aus.
Also begann sie, aus ihrer eigenen Beschäftigung mit den Themen ein Business zu entwickeln. Ihr Mann schenkte ihr ein Fotozelt und Christina startete zunächst ganz klassisch mit Do-it-yourself-Inhalten. Sie arbeitete mit Unternehmen zusammen und freute sich irgendwann schon über ein paar hundert Euro im Monat. Doch dann merkte sie, dass die Menschen etwas ganz anderes interessierte: ihre persönliche Geschichte.
Aus dem DIY-Blog wurde nach und nach ein Mental-Health-Blog. Christina begann, offener über ihre Erfahrungen mit Angst, Burnout und Depression zu sprechen – und daraus entwickelte sich immer mehr. Heute gehören zu Happy Dings unter anderem der Podcast „Angst Unplugged“, Bücher, Workshops und ein Mitgliederbereich.
Christina selbst beschreibt das Ganze inzwischen als eine Art mentale Gesundheitsmarke. Dass daraus einmal ein so erfolgreiches Unternehmen werden würde, hätte sie sich am Anfang allerdings nicht vorstellen können. Ihr Weg zeigt deshalb auch, wie manchmal aus etwas ganz Kleinem etwas völlig Neues entstehen kann: Man probiert etwas aus, merkt, was Menschen wirklich bewegt – und folgt dann dieser Spur.
Selbstständigkeit nach Burnout – ein neuer Umgang mit Leistung
Nach ihrem Burnout stand für Christina Hillesheim zunächst die Frage im Raum, wie es beruflich weitergehen sollte. Sie überlegte, wieder in ein Angestelltenverhältnis zurückzukehren. Doch schon bei dem Gedanken daran merkte sie, dass sich etwas verändert hatte: „Ich habe dann auch echt krass gemerkt, wie ich auch wieder diesen Druck auf der Brust hatte, dieses, oh Gott, du bist wieder jemandem Rechenschaft schuldig.“
Einen Job, bei dem sie wirklich das Gefühl hatte, dort unbedingt hinzuwollen, fand sie allerdings nicht. Also begann sie, sich selbstständig etwas aufzubauen – zunächst ohne großen Plan und mit einem DIY-Blog.
Aus den ersten kleinen Einnahmen entwickelte sich nach und nach Happy Dings. Christina erzählte zunehmend ihre eigene Geschichte und merkte, dass genau das die Menschen viel mehr interessierte als ihre ursprünglichen Bastelideen.
Aus dem DIY-Blog wurde ein Mental-Health-Blog, später kamen der Podcast „Angst Unplugged“, Bücher, Workshops und ein Mitgliederbereich dazu. Heute blickt Christina auf acht Jahre Selbstständigkeit zurück. Ihr größtes Learning dabei: Es wird nicht immer alles gut laufen – und genau das muss man aushalten können. „Du hast halt eine große Freiheit“, sagt sie über die Selbstständigkeit. „Und das würde ich immer vorziehen, mittlerweile heute.“
Das Gegenteil von Angst ist nicht Mut, sondern Vertrauen
Beim Thema Angst kommt Christina Hillesheim zu einem Gedanken, der besonders gut zu „Mehr Mut zum Glück“ passt – und gleichzeitig ein wenig überrascht: Das Gegenteil von Angst ist für sie nicht Mut, sondern Vertrauen. „Menschen mit Ängsten denken halt oft, sie müssten jetzt super mutig sein, besonders irgendwelche Dinge ausprobieren und so und dann geht die Angst weg“, erklärt sie. Doch genau darum gehe es aus ihrer Sicht nicht. Wer unter starker Angst leidet, dem fehle nicht unbedingt der Mut. „Vertrauen ist ja eigentlich das, was den Menschen fehlt, die Angst haben, so. Nicht zu wenig Mut.“
Mut bedeutet für Christina trotzdem etwas. Nur verbindet sie ihn heute weniger mit dem Überwinden von Angst als mit dem Einstehen für das eigene Leben und die eigenen Werte. Mutig zu sein heißt für sie auch, aufzustehen, seine Meinung zu sagen und für das einzustehen, was einem wichtig ist.
Und vielleicht ist genau das die Verbindung zwischen Angst und Mut: Nicht jede Angst muss verschwinden, bevor wir handeln können. Manchmal braucht es zunächst Vertrauen – in sich selbst, in den eigenen Weg und darauf, dass man mit dem, was kommt, umgehen kann.
„Sag deiner Angst, sie kann gehen“ – Worte als innere Anker
Aus dieser Arbeit entstand auch ihr Spiegel-Bestseller „Sag deiner Angst, sie kann gehen“. Die Idee dahinter ist bewusst einfach gehalten: kurze, klare Sätze, die im Alltag Halt geben.
Diese Sätze ersetzen keine Therapie und sollen auch keine Ängste auf Knopfdruck verschwinden lassen. Für Christina sind sie vielmehr kleine Erinnerungen, die im Alltag Halt geben können.
Gerade diese Einfachheit macht das Buch für viele Menschen so wirkungsvoll.
Glück ohne Zwang – eine neue Definition von Lebenszufriedenheit
Was bedeutet eigentlich Glück? Für Christina Hillesheim ist die Antwort darauf heute eine andere als früher. Sie hat sich von der zwanghaften Suche nach dem Glück ein Stück weit verabschiedet. Denn Glück entsteht für sie nicht unbedingt dann, wenn man ständig versucht, glücklich zu sein.
„Glück entsteht nicht durch die Vermeidung von Unglück“, sagt sie und beschreibt ihren heutigen Blick auf das Leben so: Es geht vielmehr darum, einen Alltag zu gestalten, den man gerne lebt und der zu den eigenen Werten, Bedürfnissen und Wünschen passt. Wenn das gelingt, entsteht eine gewisse Grundzufriedenheit – ohne dass man ständig dem großen Glück hinterherlaufen muss.
Auch ihre Erfahrungen mit Angst haben diesen Blick geprägt. Christina glaubt, dass Ängste unter anderem dann entstehen können, wenn wir unsere eigenen Wünsche und Bedürfnisse über längere Zeit unterdrücken. Das hat sie selbst erfahren, als sie vor ihrem Burnout stark an den Erwartungen anderer orientiert war und sich schwer damit tat, Grenzen zu setzen und Nein zu sagen.
Heute geht es für sie deshalb weniger darum, jederzeit glücklich zu sein, sondern darum, genauer hinzuschauen: Lebe ich eigentlich ein Leben, das ich selbst gerne leben möchte? Eine Frage, die vielleicht viel wichtiger ist als die Suche nach dem perfekten Glück.
Fazit – Warum Happy Dings so viele Menschen erreicht
Das Gespräch mit Christina Hillesheim ist kein klassisches Erfolgsporträt. Es ist eine Einladung zur Ehrlichkeit. Über Angst, Überforderung, Heilung und den Mut, das eigene Leben neu auszurichten.
Christinas Geschichte zeigt, dass Veränderung Zeit braucht – und dass aus einer persönlichen Krise auch etwas Neues entstehen kann. Aus ihren eigenen Erfahrungen mit Angst, Burnout und Depression ist mit Happy Dings etwas entstanden, mit dem sie heute andere Menschen erreicht und unterstützt.
Für alle, die sich müde fühlen vom Funktionieren, von Angst oder innerem Druck, ist dieses Podcast-Interview ein ruhiger, stärkender Impuls: Du musst nicht perfekt sein, um ein gutes Leben zu führen.
Shownotes
- Zur Webseite von Christina Hillesheim
- Zum Podcast von Christina Hillesheim
- Zum ersten Buch “Entspannt statt ausgebrannt” von Christina Hillesheim*
- Zum neuen Buch “Sag deiner Angst sie kann gehen” von Christina Hillesheim*
🎙️ Weitere inspirierende Interviews im Podcast
Häufige Fragen zu Christina Hillesheim und Happy Dings
Wer ist Christina Hillesheim?
Christina Hillesheim ist die Gründerin von Happy Dings, Podcasterin, Sachbuchautorin und Mental Health Coach. Bekannt wurde sie vor allem durch ihre offene Geschichte über Angst, Burnout und Depression. Aus ihren eigenen Erfahrungen hat sie ein Business aufgebaut, mit dem sie heute andere Menschen auf ihrem Weg zu mehr mentaler Gesundheit unterstützt.
Was ist Happy Dings?
Happy Dings hat einmal ganz anders angefangen. Christina Hillesheim startete 2017 zunächst mit einem DIY-Blog. Als sie begann, auch ihre persönliche Geschichte und ihre Erfahrungen mit Angst und Burnout zu teilen, merkte sie schnell, dass genau diese Themen die Menschen bewegten. Daraus entwickelte sich nach und nach eine Plattform rund um Angst, mentale Gesundheit und den Umgang mit den Herausforderungen des Lebens – mit Podcast, Büchern, Workshops und einem Mitgliederbereich.
Wie hat Christina Hillesheim ihren Burnout überwunden?
Ihr Weg zurück war alles andere als schnell. Christina suchte sich professionelle Hilfe, nahm nach anfänglichem Widerstand Medikamente und lernte nach und nach wieder zu schlafen und zur Ruhe zu kommen. Gleichzeitig beschäftigte sie sich intensiv mit sich selbst, hörte Podcasts, las Bücher, machte Kurse und begann, ihr bisheriges Leben zu hinterfragen. Bis sie sich wieder gesund fühlte, dauerte es ungefähr ein Jahr.
Worum geht es in „Sag deiner Angst, sie kann gehen“?
In ihrem Buch beschäftigt sich Christina Hillesheim mit 33 Sätzen gegen Angst und Panik. Hinter jedem dieser Sätze steckt ein eigenes Kapitel mit Wissen, Erfahrungen und Gedanken zum Umgang mit Angst. Die kurzen Sätze sollen dabei vor allem im Alltag als Erinnerung dienen. Wie Christina im Interview sagt: Mit einem einzelnen Satz lassen sich natürlich keine Ängste heilen. Aber manchmal kann ein solcher Satz helfen, die eigenen Gedanken wieder in eine andere Richtung zu lenken.
Was bedeutet Glück für Christina Hillesheim?
Christina hat sich von der zwanghaften Suche nach dem Glück verabschiedet. Für sie geht es heute weniger darum, ständig glücklich zu sein, sondern um ein Leben, das sich im Alltag stimmig anfühlt. Ein Leben, das zu den eigenen Werten, Bedürfnissen und Wünschen passt. Oder, wie sie es im Gespräch beschreibt: „Glück entsteht nicht durch die Vermeidung von Unglück.“
