Anna von Boetticher: Lebensgeschichte einer Waterwoman und Apnoetaucherin

Folge: 2

Anna von Boetticher ist Deutschlands bekannteste Apnoetaucherin, Waterwoman, Buchautorin und Mentorin für mentale Stärke unter Extrembedingungen. Im Podcast „Mehr Mut zum Glück“ spricht sie offen über ihren ungewöhnlichen Lebensweg, über das Tauchen ohne Sauerstoff, über Angst, Kontrolle und Vertrauen – und darüber, warum Neugier stärker ist als jede Begrenzung. Dieses Anna-von-Boetticher-Interview gibt einen umfassenden Überblick über ihre Lebensgeschichte, ihre Erfolge im Apnoetauchen, ihre Arbeit mit der Bundeswehr und die zentralen Gedanken aus ihrem Buch „In die Tiefe“.

Inhalt

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Die Lebensgeschichte von Anna von Boetticher – Warum sie den Weg in die Tiefe wählte

Anna von Boetticher wurde in München geboren und studierte zunächst Theaterwissenschaften, Kunstgeschichte und Komparatistik. Ein klassischer Karriereweg war für sie nie das Ziel. Stattdessen zog es sie früh zum Wasser, zur Tiefe und zu Fragen nach inneren Grenzen.

Heute ist Anna von Boetticher eine der erfolgreichsten Apnoetaucherinnen Deutschlands. Sie hält über 30 deutsche Rekorde, stellte einen Weltrekord auf und tauchte in Tiefen, die für viele Menschen unvorstellbar sind – ohne Sauerstoff, mit nur einem Atemzug.

Ihre Lebensgeschichte ist kein geradliniger Erfolgsweg, sondern eine Entwicklung aus Neugier, Mut und der Bereitschaft, immer wieder Anfängerin zu sein.

Anna von Boetticher Portrait
Anna von Boetticher vor dem Apnoe Tauchen

Apnoetauchen ohne Sauerstoff – Wie Anna von Boetticher in die Tiefe taucht

Beim Apnoetauchen geht es darum, die Luft anzuhalten und ohne Atemgerät in die Tiefe zu tauchen. Anna von Boetticher beschreibt diese Form des Freitauchens als einen Zustand höchster Konzentration. Jeder Tauchgang erfordert Klarheit, Ruhe und die Fähigkeit, im richtigen Moment Entscheidungen zu treffen.

Im Podcast erklärt sie, dass es beim Apnoe-Tauchen nicht darum geht, möglichst lange die Luft anzuhalten, sondern darum, den eigenen Körper genau zu kennen. Der Drang zu atmen ist immer da. Die Kunst besteht darin, sich auf die Lösung zu konzentrieren – nicht auf die Angst.

In die Tiefe: Wie ich meine Grenzen suchte und Chancen fand
95 Bewertungen

Diese mentale Stärke unter Wasser überträgt sich direkt auf den Alltag. Anna von Boetticher sagt, sie habe gelernt, Probleme sachlich zu lösen, statt sich von Emotionen überwältigen zu lassen. Genau diese Haltung macht sie auch außerhalb des Sports außergewöhnlich.

Tauchen trotz Krankheit – Warum Einschränkungen nicht aufhalten

Besonders bemerkenswert: Anna von Boetticher taucht trotz körperlicher Einschränkungen. Sie lebt mit einer Autoimmunerkrankung und hat eine vergleichsweise kleine Lunge – keine idealen Voraussetzungen für den Extremsport Apnoetauchen.

Doch anstatt sich auf diese Grenzen zu fokussieren, richtet sie ihre Aufmerksamkeit konsequent auf das, was möglich ist. In ihrem Buch und im Podcast betont sie, dass wir Menschen uns oft erklären, warum etwas nicht geht, statt den ersten Schritt zu machen.

Für Anna von Boetticher bedeutet mentale Stärke nicht, keine Angst zu haben. Sie bedeutet, neugierig zu bleiben – auch dann, wenn Unsicherheit da ist.

Anna von Boetticher Tauchgang
Anna und der Barracuda Luda

Waterwoman Anna von Boetticher – Mentale Stärke unter extremen Bedingungen

Der Begriff Waterwoman beschreibt Anna von Boetticher sehr treffend. Sie taucht nicht nur in warmen Gewässern, sondern auch in extremen Umgebungen wie der Antarktis, den Azoren oder unter Eis. Ihre Arbeit wurde unter anderem in der NDR-Dokumentation „Waterwoman“ eindrucksvoll festgehalten.

In der vierteiligen Doku besucht sie Regionen, die stark vom Wasser geprägt sind, und zeigt, wie eng Mensch, Natur und mentale Stärke miteinander verbunden sind. Es geht nicht um spektakuläre Rekorde, sondern um das bewusste Erleben von Tiefe – im Wasser und im Leben.

Arbeit mit der Bundeswehr – Was Apnoetauchen über Vertrauen lehrt

Seit 2015 arbeitet Anna von Boetticher auch mit der Bundeswehr zusammen. Sie unterstützt Kampfschwimmer und Minentaucher dabei, ohne Geräte zu tauchen und in Extremsituationen ruhig zu bleiben.

Im Podcast erklärt sie, dass es dabei vor allem um das Loslassen automatischer Stressreaktionen geht. Kampf oder Flucht sind natürliche Impulse – doch unter Wasser können sie lebensgefährlich sein. Durch gezielte Apnoe-Übungen lernen die Taucher, ruhig zu bleiben, ihre Grenzen realistisch einzuschätzen und Vertrauen zu entwickeln.

Diese Arbeit entstand nicht geplant, sondern aus Begegnungen und Offenheit. Für Anna von Boetticher ist sie ein Beispiel dafür, wie Chancen entstehen, wenn man seiner Begeisterung folgt.

Anna von Boetticher Apnoetauchen Tauchgang
Ab in die dunkle Tiefe

„In die Tiefe“ – Wie Anna von Boetticher Grenzen neu definiert

In ihrem Buch „In die Tiefe: Wie ich meine Grenzen suchte und Chancen fand“ verbindet Anna von Boetticher persönliche Erlebnisse mit Reflexionen über Mut, Lernen und Entwicklung. Der Titel beschreibt ihre Haltung sehr genau: Grenzen sind kein Hindernis, sondern ein Ort der Neugier.

Sie schreibt offen darüber, dass sie nicht immer mutig war und auch heute noch Ängste kennt. Doch genau diese Ehrlichkeit macht ihre Geschichte so inspirierend. Wachstum entsteht für sie nicht durch Perfektion, sondern durch die Bereitschaft, Neues zu lernen.

Anna von Boetticher im Podcast „Mehr Mut zum Glück“ – Über Mut, Angst und Kontrolle

Im Podcast „Mehr Mut zum Glück“ spricht Anna von Boetticher über Vertrauen, Teamarbeit und die Fähigkeit, Kontrolle abzugeben. Beim Apnoetauchen ist man auf andere Menschen angewiesen. Die Chemie muss stimmen. Vertrauen entscheidet über Sicherheit.

Diese Erfahrungen prägen auch ihren Blick auf Beziehungen und Zusammenarbeit im Alltag. Sie sagt, es sei wichtig zu spüren, mit wem man gemeinsam in die Tiefe gehen kann – und mit wem nicht.

Warum Neugier stärker ist als Angst – Lektionen aus dem Extremsport

Ein zentrales Motiv in Anna von Boettichers Lebensgeschichte ist Neugier. Schon als Kind wollte sie wissen, was möglich ist – trotz Angst. Diese Haltung hat sie bis heute bewahrt.

Ihr Rat an Menschen, die sich weiterentwickeln wollen: bewusst Anfänger bleiben. Neues ausprobieren, auch im Kleinen. Inspiration suchen. Sich nicht auf dem ausruhen, was man bereits kann.

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Fazit: Anna von Boetticher als Stimme für Mut und innere Klarheit

Anna von Boetticher steht für eine besondere Form von Mut. Nicht laut, nicht spektakulär – sondern ruhig, konzentriert und ehrlich. Ihre Lebensgeschichte zeigt, dass mentale Stärke unter Extrembedingungen nicht angeboren ist, sondern trainiert werden kann.

Als Apnoetaucherin, Waterwoman, Buchautorin und Podcast-Gast inspiriert sie dazu, Grenzen nicht zu fürchten, sondern ihnen neugierig zu begegnen. Ihr Weg beweist: Wer bereit ist, in die Tiefe zu gehen, findet oft genau dort neue Chancen.

Shownotes Anna von Boetticher

In die Tiefe: Wie ich meine Grenzen suchte und Chancen fand
95 Bewertungen

Tauchbilder: Daan Verhoeven, Andrea Zuccari

„Mutig zu sein wird oft mit Glück belohnt“ – Interview mit Unterwasserfotograf Tobias Friedrich

Weitere interessante Interviews

“Das Leben wird um so leichter, je kleiner die Erwartungen sind” – Interview mit Buchautor Andreas Brendt

“Mit Wagemut neue Möglichkeiten entdecken” – Interview mit Stefanie Voss

“Von der Unternehmensberaterin zur Tischlermeisterin” – Interview mit Kathrin Martin

“Mit Durchsetzungsstärke und dem Glauben an sich selbst mehr erreichen” – Interview mit der Musikerin Ilse DeLange

4 Antworten

  1. Ich bin schwer begeistert von deinem neuen Podcastformat!
    Von Anna von Boetticher hatte ich vorher schon gehört und finde es sehr krass was sie macht. Ihr Mindset und die Strategien sind einfach bemerkenswert. Ich persönlich habe mir mehrere Punkte mitgenommen – allen voran sich nicht an den Limitierungen zu messen, sondern an dem, was man kann und die Variation der Herangehensweise an gewisse Dinge.
    Mehr davon! 😉

    LG
    Anna von Finanzmedicus

    1. Liebe Anna,

      herzlichen Dank für das tolle Feedback. Freut mich sehr, dass Du einiges mitnehmen konntest. Ich habe aus dem Gespräch mit Anna und ihrem Buch auch einiges mitgenommen.

      Die kommenden Gäste sind aber wieder komplett anders und das macht diese Interviews tatsächlich so spannend. 🙂

      Viele Grüße
      Daniel

  2. Schöner Podcast – klasse Premiere!

    Sehr sympathische und in ihren Aussagen klare Interviewpartnerin… ich fand es außerordentlich spannend und interessant.

    Man merkt auch die Fortschritte bei Deiner Interviewführung über die letzten Jahre – alles aus einem Guss, sinnvolle und spannende Nachfragen und auch gute Auswahl bei den Begriffen im Word Shuffle.

    Weiter so!

  3. Lieber Daniel,

    ich höre schon lange Podcasts, den Finanzrocker höre ich seit etwas mehr als einem Jahr. Die vielen verschiedenen Ansichten, die du mit deinen Interviewgästen aufzeigst, finde ich sehr spannend. Diese vielen verschiedenen Ideen anzuhören erweitert meinen Horizont und lässt mich oft meine eigenen finanziellen Strategien hinterfragen, die ich spätestens seit dem Einstieg in den Beruf vor etwa sieben Jahren verfolge. Das ist gut, denn mit der Zeit schleichen sich doch Dinge ein, die zur Gewohnheit wurden – was nicht heißt, dass sie gut sind.

    Neben finanziellen Themen interessieren mich ungemein andere Lebenswege und Ansichten. Ich muss diese Wege nicht immer gut finden oder für mich passend. Jedoch erweitert auch dies meinen Horizont und zeigt mir, was alles möglich ist. Es hilft mir auch aus meiner Blase zu kommen, in die man durch den eigenen Lebensweg und den Beruf gezogen wird.

    Mein Lebensweg sah anfänglich sehr „üblich“ aus. Je älter man wird, desto mehr unerwartete Dinge passieren. Man muss lernen damit umzugehen. Ich wurde in den letzten Jahren privat negativ und auch positiv aus der Bahn geworfen. Meine Frau ist Chinesin. Sie hat einen Hund in die Beziheung gerbacht und ich ebenso. Ich habe früher nie gedacht, dass ich mal einen Hund haben würde. Ich habe nie gedacht, dass ich über meinen Hund meine jetzige Frau kennenlernen würde. Ich hatte mit der chinesischen Kultur und Sprache nie groß etwas am Hut. Nun lerne ich selbst Chinesisch und wir denken darüber nach irgendwann für ein paar Jahre in China zu leben. Wer weiß schon, was danach passiert.

    Ich fand deine Mixtapes daher schon immer interessant und freue mich, dass du diesen eine eigene Platform gibst. Ich hoffe, dass sie ein Erfolg werden, wie der Finanzrocker Podcast.

    Viele Grüße,
    Sebastian

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