Atmen statt funktionieren – Wie Achtsamkeit unser Leben und Arbeiten verändert

Folge: 56

Bei „Mehr Mut zum Glück“ erzählt Christoph Glaser, wie er durch Achtsamkeit und Atemtechniken seinen gescheiterten Traum vom Fußballprofi überwand und als Coach neue Wege fand. Er teilt seine Erkenntnisse zur Balance zwischen Denken und Fühlen sowie praktische Tipps zur Achtsamkeit im Alltag.

Inhalt

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Überblick Interview Christoph Glaser

Was passiert, wenn ein Lebenstraum zerbricht? Wenn ein Ziel, auf das jahrelang alles ausgerichtet war, plötzlich nicht mehr erreichbar ist? Für Christoph Glaser begann genau an diesem Punkt eine völlig neue Reise – weg von Leistung, Druck und Funktionieren, hin zu Achtsamkeit, Atmung und innerer Balance.

Im Podcast „Mehr Mut zum Glück“ spricht Christoph Glaser offen darüber, wie ihn ein Unfall vom angehenden Fußballprofi zum Achtsamkeits- und Atemexperten führte – und warum genau diese Erfahrung sein Verständnis von Glück, Erfolg und Führung grundlegend verändert hat.

Christoph Glaser, Bild: GrainLab GbR

Wenn der Körper stoppt, obwohl der Kopf weitermachen will

Christoph Glaser wollte Profifußballer werden. Der Weg war klar, der Fokus ebenso. Doch ein schwerer Unfall machte diesen Traum unmöglich. Was folgte, war nicht sofort Klarheit, sondern eine Phase innerer Leere. Der Körper zwang ihn zum Innehalten – lange bevor der Verstand bereit war, loszulassen.

Im Podcast beschreibt er rückblickend, dass genau dieser Bruch nötig war. Nicht als Scheitern, sondern als Wendepunkt. Denn erst als der äußere Antrieb wegfiel, begann die Suche nach etwas Tieferem: nach innerer Ruhe, nach Sinn und nach einem Leben, das nicht nur nach außen funktioniert.

Achtsamkeit als Gegenpol zum permanenten Funktionieren

Heute spricht Christoph Glaser viel über Achtsamkeit – nicht als Trend, sondern als fundamentale Fähigkeit. Für ihn bedeutet Achtsamkeit vor allem eines: wirklich anwesend zu sein. Im eigenen Körper, im Moment, im eigenen Leben.

Er verweist im Podcast auf Studien, unter anderem aus Harvard, die zeigen, dass Menschen deutlich zufriedener sind, wenn sie geistig bei dem bleiben, was sie gerade tun. Nicht multitaskend, nicht vorausdenkender, nicht bewertend – sondern präsent.

Gerade in einer Arbeitswelt, die auf Geschwindigkeit, Effizienz und Optimierung ausgelegt ist, wirkt diese Haltung fast radikal. Und genau deshalb ist sie so wirksam.

Shownotes

Warum Atmung der Schlüssel zu innerer Ruhe ist

Ein zentrales Thema im Gespräch ist die Atmung. Für Christoph Glaser ist sie weit mehr als ein körperlicher Automatismus. Sie ist ein direkter Zugang zum Nervensystem – und damit zu Stress, Entspannung und emotionaler Stabilität.

Durch gezielte Atemtechniken lässt sich der Parasympathikus aktivieren, jener Teil des Nervensystems, der für Regeneration und Beruhigung zuständig ist. Genau hier setzt seine Arbeit an. Nicht mit komplizierten Methoden, sondern mit alltagstauglichen Übungen, die helfen, aus dem Dauerstress auszusteigen.

Im Podcast sagt er sinngemäß: Wer lernt, bewusst zu atmen, lernt auch, bewusster zu leben. Nicht, weil Probleme verschwinden – sondern weil der Umgang mit ihnen sich verändert.

Innere Ruhe beginnt nicht im Außen

Ein weiterer roter Faden im Gespräch ist die Erkenntnis, dass Glück nicht von äußeren Umständen abhängt. Nicht von Karrierestufen, Titeln oder Erwartungen anderer. Christoph Glaser beschreibt Glück als einen Zustand innerer Stimmigkeit – als das Gefühl, nicht ständig gegen sich selbst arbeiten zu müssen.

Diese Haltung zieht sich durch seine Arbeit mit Führungskräften und Unternehmen. Statt noch mehr Leistung fordert er weniger Reibung. Statt Kontrolle mehr Selbstwahrnehmung. Statt ständiger Optimierung eine gesunde Beziehung zu sich selbst.

Gerade Führungskräfte erleben oft, dass sie für alles verantwortlich sind – nur nicht für sich selbst. Genau hier setzt Achtsamkeit an. Nicht als Rückzug, sondern als Grundlage für klare Entscheidungen.

Gesunde Führung braucht Selbstführung

Christoph Glaser arbeitet heute als Coach mit Menschen, die Verantwortung tragen – für Teams, Unternehmen und Prozesse. Im Podcast wird deutlich, dass für ihn gesunde Führung immer bei der eigenen inneren Haltung beginnt.

Wer nicht spürt, wann der eigene Körper Grenzen setzt, wird sie auch bei anderen übergehen. Wer ständig im Kopf lebt, verliert den Kontakt zum eigenen Empfinden. Achtsamkeit und Atemtechniken sind für Glaser deshalb keine Wellness-Tools, sondern Werkzeuge für Selbstführung.

Sein Ansatz ist klar: Führung entsteht nicht durch Kontrolle, sondern durch Präsenz. Wer innerlich ruhig ist, kann auch nach außen klar handeln – selbst in unsicheren Zeiten.

Schlaf, Stress und das Nervensystem

Auch das Thema Schlaf kommt im Podcast zur Sprache. Viele Menschen leiden unter Einschlafproblemen, innerer Unruhe und dauerhafter Anspannung. Christoph Glaser erklärt, dass genau hier die Atmung eine zentrale Rolle spielt.

Durch bewusste Atemmuster kann der Körper lernen, vom Aktivmodus in den Ruhemodus zu wechseln. Nicht sofort, nicht perfekt – aber Schritt für Schritt. Für ihn ist guter Schlaf kein Luxus, sondern eine Voraussetzung für mentale Gesundheit.

Gerade in Zeiten von Dauererreichbarkeit und Informationsüberfluss wird diese Fähigkeit immer wichtiger.

Ein neues Verständnis von Erfolg

Was dieses Gespräch so besonders macht, ist seine Tiefe. Christoph Glaser spricht nicht über schnelle Lösungen oder einfache Rezepte. Er spricht über Prozesse, über Geduld und über die Bereitschaft, ehrlich hinzuschauen.

Erfolg bedeutet für ihn heute nicht mehr, möglichst viel zu erreichen, sondern möglichst stimmig zu leben. Nicht gegen den eigenen Körper, sondern mit ihm. Nicht auf Kosten der eigenen Gesundheit, sondern im Einklang mit ihr.

Fazit: Atmen als Rückkehr zu sich selbst

Das Podcast-Interview mit Christoph Glaser ist eine Einladung zur Entschleunigung – ohne Stillstand. Es zeigt, dass Achtsamkeit und Atemtechniken keine Gegensätze zu Leistung sind, sondern deren gesunde Basis.

In einer Welt, die immer schneller wird, erinnert uns dieses Gespräch an etwas Einfaches und gleichzeitig Fundamentales:
Glück beginnt dort, wo wir wieder lernen, bei uns selbst zu sein.

Wer sich für Achtsamkeit im Alltag, gesunde Führung, Stressbewältigung und innere Ruhe interessiert, findet in dieser Folge nicht nur Inspiration, sondern echte Orientierung.

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Viele meiner Interviewgäste bei “Mehr Mut zum Glück” haben den Punkt gemeinsam, dass sie sich in ihrem normalen Alltag nicht mehr wohlgefühlt haben. Genauso erging es auch meinem heutigen Gast Dorothee Fleck. Sie kündigte ihren Job und machte sich mit dem Fahrrad auf ins Abenteuer. Dorothee plante eine lange Weltumrundung auf zwei Rädern. Allein als Frau. Als sie wieder zuhause war, plante sie gleich die nächste Tour um die Welt. Und danach wollte sie allein mit ihrem Fahrrad auch Afrika umrunden. Über ihre zahlreichen Erlebnisse und Herausforderungen spricht sie in Folge 22 von “Mehr Mut zum Glück.”