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Wer ist Silke Rosenbusch?
Silke Rosenbusch ist Ärztin, Buchautorin und Ernährungsexpertin. Sie wurde in den 1970er Jahren geboren und ist heute Mitte 40. Nach einer Ausbildung zur Schauspielerin, einer Privatinsolvenz und Jahren in schlecht bezahlten Nebenjobs holte sie mit Anfang 30 ihr Abitur nach und studierte Medizin. Seit 2021 arbeitet sie als Ärztin beim Gesundheitsamt in Köln. Silke Rosenbusch hat außerdem ein Baby bekommen – sie wurde erst mit über 40 Mutter.
Dass sie überhaupt bei mir gelandet ist, verdankt sich einer gemeinsamen Leidenschaft: Bon Jovi. Silke schrieb mir, nachdem sie das Interview mit Tischlerin Kathrin Martin gehört hatte. In ihrer Mail erwähnte sie unsere gemeinsame Vorliebe für Bon Jovi – und dass sie auf derselben Tour war, bei der ich 1995 mein erstes Konzert in der Berliner Waldbühne erlebte. Ein Jahr später fuhr ich mit 16 in 24 Stunden nach Köln und zurück, nur um sie nochmal zu sehen. Daraus entstand meine Leidenschaft für Rock und Festivalreisen. Passt also.
Der Traum: Schauspielerin werden
Silkes Berufswunsch war früh klar: erst Sängerin, dann Hollywood-Star. Nach dem Fachabitur arbeitete sie ein Jahr am Staatstheater Osnabrück und ging anschließend auf eine Schauspielschule in Köln. Was sie aus dieser Zeit mitgenommen hat, klingt bis heute nach:
„Bei jedem Charakter habe ich mich gefragt: Was hat der Zuschauer davon in sich? Was verbindet uns? Wie kann ich das transportieren?“
Nach der Ausbildung folgte eine anderthalb Jahre lange Jugendtournee – Schulen, Stücke über Rassismus, finanziert aus Kommunenmitteln. Dann begannen die schwierigen Jahre.
Shownotes Silke Rosenbusch
- Mehr über Silke erfahren
- Silke Rosenbusch: Blog über Ernährung und Rezepte
- Zum YouTube-Kanal von Silke
- Zum Buch „Raus aus der Esslust-Falle“
Der Einschnitt: KirchMedia und Privatinsolvenz
Um 2001/2002 ging der Medienkonzern KirchMedia pleite. Die Folge: Panik in der Branche, drastisch sinkende Budgets für Content, und stattdessen der Aufstieg von Talkshows und Formaten wie Big Brother – billig zu produzieren, keine Schauspieler nötig. Für Silke Rosenbusch war das ein Wendepunkt, der sie hart traf.
Die wenigen Rollen, die sie fand, zahlten gut – aber sie musste sie erst finden. Dazwischen: Nebenjobs ohne Mindestlohn, rund 1.000 Euro im Monat, WG-Leben, kein Urlaub. Am Ende meldete sie Privatinsolvenz an.
„Ich habe sehr minimalistisch gelebt. Aber irgendwann wurde mir klar: So kann ich nicht ewig weitermachen.“
Silke Rosenbusch Kritik am eigenen Weg – und der Neuanfang
Wer Silke Rosenbusch Kritik an ihrer eigenen Geschichte entlocken will, bekommt eine ehrliche Antwort:
„Ich hätte viele Dinge mit Anfang 20 anders gemacht, wenn ich es damals besser gewusst hätte. Nach einer staatlichen Schauspielschule hast du definitiv bessere Chancen auf dem Markt.“
Aber sie hängte die Schauspielerei nicht einfach an den Nagel. Ihr innerer Deal mit sich selbst: Wenn es bis 30 nicht wirklich läuft, macht sie etwas anderes. 2009 war dieser Punkt erreicht. Sie schaute sich um, was sie interessiert – und stellte fest: Alles, was mehr als 1.000 Euro im Monat bringt, erfordert ein Studium.
Mit Anfang 30 holte sie ihr Abitur nach.
Silke Rosenbusch Alter beim Medizinstudium: Ärztin mit über 40
Silke Rosenbusch war Anfang 30, als sie ihr Abitur nachholte, und startete 2011 ihr Medizinstudium. Wer in Deutschland die Hochschulzugangsberechtigung nach dem 30. Lebensjahr erwirbt, hat Anspruch auf BAföG – Silke bekam den Höchstsatz von 730 Euro, dazu 450 Euro aus einem Nebenjob.
Ihr Studium beendete sie mitten in der Corona-Pandemie – kein einfacher Zeitpunkt. Doch der Bedarf an Ärzten war hoch, besonders beim Gesundheitsamt. Dort arbeitete sie im Indexmanagement, kontaktierte positiv getestete Personen, koordinierte Kontaktnachverfolgung.
„Ich wurde zum Arztgehalt bezahlt und konnte eigenverantwortlich handeln – das war schon cool.“
Silke Rosenbusch ist heute Mitte 40 und arbeitet als Ärztin. Angekommen? Nicht ganz – der Facharzt fehlt noch. Aber ihr Blick darauf ist entspannt: Fünf Jahre in Vollzeit, in Teilzeit entsprechend länger. Ziel: Facharzt in 10 bis 12 Jahren. Vielleicht ändert sich das auch noch.
Silke Rosenbusch Baby: Mutter mit über 40
Silke Rosenbusch bekam ihr Baby mit über 40 Jahren. Das Thema Familiengründung hatte sie lange aufgeschoben – die Jahre der Privatinsolvenz, der Nebenjobs und des Studiums ließen wenig Spielraum. Im Interview ist sie direkt dazu:
„Ja schon – außer ich hätte mir einen reichen Mann geangelt, aber das war nicht mein Stil. Tatsächlich bin ich erst mit über 40 schwanger geworden.“
Zum Zeitpunkt unseres Gesprächs war sie gerade in den Mutterschutz gegangen. Während der Elternzeit plant sie, ihre Doktorarbeit abzuschließen und ein zweites Buch über Ernährung in Schwangerschaft und Stillzeit zu schreiben.
Das Buch: „Raus aus der Esslust-Falle“
Im Februar 2021 veröffentlichte Silke Rosenbusch ihr erstes Buch „Raus aus der Esslust-Falle“* beim Humboldt-Verlag – eigentlich ihr ursprünglicher Traum: Medizin studieren, verstehen wie Ernährung wirklich funktioniert, und dann Bücher schreiben.
Die zentrale These: 53% der Deutschen sind übergewichtig und mehr oder weniger von der Esslust-Falle betroffen. Industrielles Essen aktiviert dasselbe Belohnungssystem wie Drogen. Wer damit aufhört, erlebt nach etwa vier Tagen Abstinenz das Verschwinden der Gelüste.
„Viele Therapeuten wollen zuerst die Gefühle bearbeiten. Wir wissen aus der Suchtmedizin aber, dass das nicht geht. Wir müssen erst die Droge weglassen, um überhaupt Zugang zu den Gefühlen zu bekommen.“
Neben dem Buch betreibt sie einen Blog, einen YouTube-Kanal und einen Online-Kurs über Esssucht – maximal zehn Teilnehmer, dreimal im Jahr, 300 Euro.
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Was macht Silke Rosenbusch glücklich?
Auf meine Standardfrage antwortet sie mit einer klaren Definition:
„Ich glaube, alle Optionen zu haben und in meinem Leben das machen zu können, was ich machen möchte. Dazu braucht man ein paar Dinge: Geld, Zeit, Freiheit und Möglichkeiten.“
Und sie hat einen praktischen Weg gefunden, nah dran zu bleiben: jeden Morgen ein Dankbarkeitsritual, gefolgt von Morgenseiten nach der Methode von Julia Cameron.
„Es hat etwa ein halbes Jahr gedauert, bis ich diesen Ritus drin hatte. Mittlerweile ist mir das die liebste Zeit des Tages.“
FAQs zu Silke Rosenbusch
Wie alt ist Silke Rosenbusch?
Silke Rosenbusch wurde in den 1970er Jahren geboren und ist heute Mitte 40. Sie holte ihr Abitur mit Anfang 30 nach und beendete ihr Medizinstudium mit über 40 Jahren.
Hat Silke Rosenbusch ein Baby bekommen?
Ja. Silke Rosenbusch wurde erst mit über 40 Jahren Mutter. Die Familiengründung hatte sie aufgrund ihrer langen Ausbildungs- und Neuorientierungsphase lange aufgeschoben.
Was kritisiert Silke Rosenbusch an ihrem eigenen Weg?
Silke Rosenbusch sagt rückblickend, sie hätte sich mit Anfang 20 lieber um einen Platz an einer staatlichen Schauspielschule beworben – dort seien die Chancen auf dem Markt deutlich besser. Den damaligen Druck der Bewerbungsphase fürchtete sie jedoch.
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2 Kommentare
Lieber Daniel, ich höre regelmäßig diesen Podcast und finde sehr viele Deiner Gäste sehr inspirierend. Aber diesmal muss ich leider sagen, dass diese Dame sehr unsympathisch wirkte.
Bei mir kam an, dass sie grundsätzlich nie für irgendetwas selber verantwortlich ist: dass sie als Schauspielerin nicht gebucht wurde, lag an der schlechten Wirtschaftslage (sogar am damaligen Kanzler persönlich), und nicht vielleicht an ihrer mangelnden Fähigkeit. Ihre Familie hat sie nicht genügend unterstützt, daher konnte sie mit Ablehnung nicht gut umgehen. Dies sind nur zwei Beispiele, aber es gab noch mehr Äußerungen in dieser Richtung.
Sich mal richtig anstrengen für einen Erfolg scheint bei ihr ebenfalls nicht auf Gegenliebe zu stoßen: Tourneen als Schauspieler? Nee,……Acht Stunden lernen während eines Studiums? Nee…… Dann sich doch lieber mal selbst als Podcast-Gast anbieten….
Dann war da noch ein hämisches Lachen über die (ehemaligen)Schauspielerkollegen, denen es während der Coronakrise schlechter geht als ihr.
Des weiteren drängt sich der Verdacht auf, dass der finanzielle Aspekt bei ihrer Berufswahl zur Ärztin sehr im Vordergrund steht.
Zu guter Letzt hoffe ich, dass ich mich irre, wenn ich das Gefühl habe, dass sie vom Mutter-Sein, vor allem alleinerziehend (einen reichen Mann konnte sie ja leider nicht finden, und andere Charaktereigenschaften sind nicht so wichtig), eine zumindest unvollständige Vorstellung hat. Das Ziel der jährlichen Überwinterung in Kalifornien (weil sie sich ja da als Schauspielerin fühlt) ist schon mal nicht sehr kindgerecht…..
Wenn ich mir den Podcast noch einmal anhören würde, könnte ich hier noch viel mehr schreiben…..
Hi Patricia,
erstmal vielen Dank für Deinen Kommentar. Du kannst die Aussagen immer so oder so auslegen. Ich sehe einige Aussagen von Silke ganz anders als Du und interpretiere es nicht so negativ. Aber es gab ja Gründe, warum es zur Privatinsolvenz kam und warum Silke als Schauspielerin nicht erfolgreich war. Auch die Familie und der daraus resultierende Umgang mit Ablehnung spielen da mit rein. Da gebe ich Dir völlig Recht.
Jetzt kommt aber das große ABER: Silke hat aus ihren Fehlern gelernt und hat es geschafft, mit über 30 ihr Abitur nachzumachen, zu studieren und auch ein Buch über einen Verlag zu veröffentlichen. Das ist eine Leistung, die nicht jeder schafft und auch von diesem Weg können die Hörerinnen und Hörer lernen. Und wenn es die Erkenntnis ist, dass man für einen kompletten Neustart mit über 30 nicht zu alt ist. Dafür spielt das Thema Sympathie erstmal keine Rolle.
Mir geht es bei diesem Podcast um etwas andere Geschichten und Wege zum Glück. Wenn alle gleich wären und wenn man mit ihren Aussagen und Schritten immer übereinstimmen würde, wäre das doch schrecklich langweilig. Deshalb sind die Stories so abwechslungsreich wie möglich und die portraitierten Menschen so vielfältig. Aber jede/r darf dann auch ihre/seine Meinung dazu haben. Das gehört auch dazu.
Viele Grüße
Daniel