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Wer ist Tanja Hummel?
Tanja Hummel ist Psychologin, Therapeutin und Yogalehrerin. Sie wuchs im Ruhrgebiet auf, machte zunächst eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten und arbeitete zehn Jahre in diesem Beruf – bevor sie mit Ende 20 Psychologie studierte. Jahrelang führte sie im Ruhrgebiet eine eigene psychotherapeutische Praxis mit angeschlossenem Yoga-Studio und arbeitete zusätzlich 20 Stunden wöchentlich in der Kinder- und Jugendpsychiatrie.
Heute lebt sie seit sieben Jahren auf Bali, ist mit einem Indonesier verheiratet und arbeitet online – mit Schwerpunkt auf der Begleitung von Frauen in Coaching, Therapie und Yoga.

Shownotes
Was bedeutet Glück?
Tanjas Antwort auf diese Frage ist präzise und konsequent – und hat sich in sieben Jahren Bali nicht verändert:
„Glück ist für mich nicht im Außen zu finden. Glück ist etwas, was in mir ist, was ein Gefühl ist, was im Hier und Jetzt ist. Das sind manchmal so die kleinen Momente des Lebens, wo einfach alles stimmt.”
Kein Ort, keine Menschen, kein äußerer Umstand – Glück ist für Tanja eine innere Stimmung, in der alle Sinne zusammenkommen. Diese Haltung wurde nicht durch Bali erzeugt, sondern durch alles, was ihr vorher passiert ist.
Von der Steuerfachangestellten zur Psychologin
Als Kind aus dem Ruhrgebiet, Realschule, in den 70ern geboren – Tanja wurde früh auf Arbeit und Funktionieren gepolt. Akademisches war in ihrer sozialen Schicht kein Thema. Das machte den Weg ins Psychologiestudium mit Ende 20 doppelt schwer:
„Ich habe zehn Jahre gearbeitet. Ich habe überhaupt nie gelernt zu lernen, ich habe überhaupt gar keine Lernskills gehabt. Und ich war eben auch keine 20 mehr und habe mich dann so in diesen Uni-Hierarchien wieder gesehen. Das war heftig.”
Mehrmals dachte sie daran abzubrechen. Was sie hielt: die tiefe Überzeugung, dass Psychologie schon immer ihr Thema war – seit sie keine 18 war. Nach dem Studium folgte eine Therapieausbildung. Der Plan, eine Kassenpraxis zu gründen, flog schnell über Bord: Tanja merkte, dass sie in staatlich regulierte Systeme nicht passt und ihr eigenes Ding machen will.
Burnout: Wenn die Therapeutin sich selbst verliert
Im Ruhrgebiet baute Tanja ein Vollprogramm auf: eine eigene psychotherapeutische Praxis mit Yoga-Studio, dazu einen 20-Stunden-Job in der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Wochenendseminare und eigene Workshops. Von morgens bis abends, jahrelang.
„Ich konnte nicht Nein sagen. Das war ganz schlimm. Und ich glaube, ich habe halt viel über mein Arbeiten kompensiert – das, was ich im Privaten nicht gefunden habe.”
Die fehlende Partnerschaft, der Wunsch nach tiefer Verbindung – all das suchte Tanja im Beruf. Anerkennung, Gebrauchtwerden, Gesehenwerden. Das Ergebnis: ein Burnout, der sich aus dem Job-Brennen speiste.
Der Wendepunkt: Blinddarm, Nepal und ein Erdbeben
Ende 2014 starb Tanjas Vater. Gleichzeitig hatte sie – ohne es zu merken – eine Blinddarmentzündung entwickelt, die sie monatelang ignorierte. In dieser Verfassung flog sie nach seinem Tod nach Nepal zu einem zehntägigen Vipassana-Schweige-Retreat:
„Ich bin nur schockiert, wie weit ein Mensch von sich selber weg sein kann. Burnout, Depression – das sind Krankheiten, die so weit von einem selber weg sind, dass man einfach gar nichts mehr spürt.”
Das Retreat war traumatisch. Wenige Tage nach ihrer Rückkehr nach Deutschland kam das Kathmandu-Erdbeben – zwei Menschen aus ihrer Meditationsgruppe, die noch in Nepal trekken waren, kamen ums Leben. Im Frühjahr 2015, bei einer Yoga-Reise zur Mosel, brach Tanja zusammen. Sie wurde notoperiert. Die Ärzte sagten ihr: Kein Mensch überlebt normalerweise eine Blinddarmentzündung über fast ein halbes Jahr.
„Wenn ich so weit von mir selbst entfernt bin, dass ich eigentlich fast sterbe, dann ist klar, was zu tun ist.”
Anderthalb Jahre Vorbereitung – dann der Sprung
Tanja entschied sich nicht von heute auf morgen. Sie bereitete den Ausstieg gut anderthalb Jahre vor: Therapie, spirituelle Begleitung, einen bewussten Trauerprozess um die Praxis und die Menschen, die sie begleitet hatte. Dann verkaufte sie alles – Praxis, Yoga-Studio, Auto – und blieb nur mit einer kleinen Lagerbox zurück.
„Ich musste mich zwischen Leben und Tod einigen. Und dann habe ich das Leben genommen.”
Der Plan war: zwei Jahre reisen, sich treiben lassen. Das Leben hatte anderes vor.
Borneo, Bali und das Ende des Reiseplans
Den Anfang machte keine Traumdestination, sondern ein Yoga-Lehrerjob auf einer abgelegenen Tauchinsel in Borneo – drei Stunden mit dem Speedboot vom Festland entfernt, kaum Gäste, Taifune, Robinson-Crusoe-Gefühl. Tanja blieb zwei Monate und kündigt den Vertrag vorzeitig:
„Das war so mein Einstieg in die Reisewelt. Ängste, Mann.”
Von Borneo flog sie nach Bali – zunächst nach Canggu, dann nach Ubud, dem spirituellen Zentrum der Insel. Als 2017 der Vulkan Mount Agung ausbrach, floh sie für sechs Wochen nach Chiang Mai. Doch im März 2018 kam sie für einen Yoga-Auftrag zurück – und lernte in Ubud ihren heutigen Ehemann kennen.
„Reisen hatte das Leben dann mit mir nicht vor. Und das war dann auch okay.”
Leben auf Bali – und ein nüchterner Blick dahinter
Nach sieben Jahren auf Bali, einem gebauten Haus und einer festen Verwurzelung sieht Tanja die Insel differenziert:
„Für mich überwiegen nach der Pandemie die Negativen immer mehr leider. Bali wird allmählich zu einem Negativbeispiel, wenn es touristisch zu übervölkert ist und das Geld das Hauptthema wird.”
Was sie dagegen an der balinesischen Mentalität schätzt: die Fähigkeit, das Schicksal anzunehmen – ohne es wegzudiskutieren oder zu kontrollieren. Ein Prinzip, das sie in ihrer eigenen Geschichte erst mühsam lernen musste.
Online-Business aus Ubud: Therapie, Coaching, Yoga
Heute arbeitet Tanja fast ausschließlich online – mit Frauen aus Deutschland, die in Coaching- oder Therapieprozessen bei ihr sind. Ihr Offline-Business aus 15 Jahren Deutschland baute sie dabei nie komplett ab:
„Ich muss eine Lanze brechen für meine Community, die ich mir 15 Jahre in Deutschland aufgebaut habe. Die haben das weitergetragen – auch ins Online-Business.”
In der Corona-Pandemie explodierte ihr Business: Da Bali keinen Lockdown hatte, konnte sie von dort aus wöchentlich Frauenkreise und Online-Angebote schalten – für Menschen, die im echten Lockdown saßen. Es war ihr finanziell bestes Jahr.
Wordshuffle: Tanja Hummel in Schlagworten
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Deutsche Mentalität – „Ach, habe ich noch viel zu viel in mir.”
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Heimat – „Lange war Heimat für mich ortlos. Jetzt kommt der Begriff wieder zurück – vielleicht ist es eher das Wurzelthema, die Verwurzelung, wo man herkommt.”
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Spiritualität – „Immer schon ein Leben gewesen. Ein ganz großer Teil von mir, den ich in Partnerschaften sehr vermisst habe früher.”
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Indonesien – „Geliebt und gehasst. Wunderschöne Menschen, wunderschöne Natur – aber leider auch sehr korrupt. Eine Hassliebe.”
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Glaube – „Für mich gleichzusetzen mit Prüfungen. Wenn ich aus meinem Vertrauen rauskomme, weiß ich: das sind meine Glaubensprüfungen.”
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Mut – „Mut ist so kurz. Dann ist man schon über die Hürde und lebt nach dem Sprung. Mut ist nur ein Wort, das überbleibt – aber nicht gefühlt werden kann.”
FAQs zu Tanja Hummel
Wer ist Tanja Hummel?
Tanja Hummel ist Psychologin, Therapeutin und Yogalehrerin aus dem Ruhrgebiet. Sie studierte nach zehn Jahren als Steuerfachangestellte Psychologie, führte eine eigene Praxis mit Yoga-Studio, erlebte einen schweren Burnout und zog Mitte 40 nach Bali. Heute begleitet sie Frauen online in Therapie, Coaching und Yoga.
Warum ist Tanja Hummel nach Bali gegangen?
Nach einem Burnout, einer fast tödlichen Blinddarmentzündung und dem Tod ihres Vaters erkannte Tanja, dass ihr Leben so nicht weitergehen konnte. Sie verkaufte alles – Praxis, Studio, Auto – und begann mit Ende 40 neu. Bali wurde zu ihrer Wahlheimat, nachdem ein geplantes zweijähriges Reisen nach wenigen Monaten in Indonesien endete.
Was macht Tanja Hummel auf Bali?
Tanja Hummel lebt seit sieben Jahren auf Bali, ist mit einem Indonesier verheiratet und arbeitet fast ausschließlich online mit Frauen aus dem deutschsprachigen Raum. Sie bietet Therapie, Coaching und Yoga an – teils digital, teils in persönlichen Intensivprozessen vor Ort auf Bali.
Was hat Tanja Hummel vor Bali gemacht?
Im Ruhrgebiet betrieb Tanja eine eigene psychotherapeutische Praxis mit Yoga-Studio und arbeitete zusätzlich in der Kinder- und Jugendpsychiatrie. Das Vollprogramm führte zu einem Burnout. Davor war sie zehn Jahre lang Steuerfachangestellte, bevor sie mit Ende 20 Psychologie studierte.
Was ist Tanja Hummels Botschaft?
Mit Mitte 40 ist noch alles möglich – auch ein kompletter Neuanfang. Tanja Hummel zeigt, dass Mut nicht das Fehlen von Angst bedeutet, sondern der Sprung trotz Angst. Ihre Kernbotschaft: Wer das Hamsterrad verlässt und auf die eigene innere Stimme hört, findet ein Leben, das sich echter anfühlt.
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